WHO verstärkt gesundheitliche Hilfsmaßnahmen in der östlichen Ukraine

Im Anschluss an eine gemeinsame Mission der Vereinten Nationen in das nicht von der Regierung kontrollierte Gebiet in der östlichen Ukraine vom 27. bis 31. Januar 2015 richtete die WHO ein Feldbüro in der Stadt Donezk ein. Die Verschlechterung der Lage stellt in zunehmendem Maße eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung dar. Viele Gesundheitseinrichtungen sind beschädigt, und die Vorräte an Medikamenten gehen bald zu Ende. Das Feldbüro wird den Gesundheitsstatus der Bevölkerung laufend beobachten.

„Wir haben das Feldbüro der WHO innerhalb des gemeinsamen Projektbüros der Vereinten Nationen in Donezk erfolgreich eingerichtet. Unsere internationale Feldkoordinatorin wird mit den Partnern in der Schwerpunktgruppe Gesundheit zusammenarbeiten und den Prozess zur Bewertung der Verfügbarkeit der Gesundheitsversorgung überwachen und dabei den Gesundheitsstatus und die Bedürfnisse der verschiedenen Bevölkerungsgruppen beobachten; dies gilt insbesondere für die anfälligsten Gruppen, wie ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen, Menschen mit Behinderungen, Waisen und Patienten mit Tuberkulose und HIV/Aids. Eine andere Aufgabe besteht darin, die Lücken zu analysieren und bei der Umsetzung von Notfallmaßnahmen Prioritäten zu setzen“, erklärt Dr. Dorit Nitzan, Repräsentantin der WHO in der Ukraine.

Verschlechterung der Gesundheitslage in der Ukraine

Durch die Zunahme des Artilleriebeschusses wird der Zugang des Gesundheitspersonals und der humanitären Hilfsorganisationen zu dem betroffenen Gebiet beeinträchtigt. Die Zahl der Toten und Verletzten steigt ebenso wie die Zahl der Binnenvertriebenen.
Während der Mission im Januar stellten die Mitarbeiter der WHO fest, dass die Sicherheit der Krankenhäuser, des Gesundheitspersonals und der Patienten erheblich beeinträchtigt ist. Zahlreiche Gesundheitseinrichtungen sind beschädigt oder verlassen oder mussten verlegt werden. Das Überweisungssystem funktioniert nicht mehr, und die Krankenhäuser stehen zunehmend unter Druck. Durch das Abreißen der finanziellen Unterstützung für die Krankenhäuser ist die Zahlung der Gehälter des Gesundheitspersonals gefährdet.

Ferner ist die Verfügbarkeit von Medikamenten und medizinischen Hilfsgütern infolge des Zusammenbruchs der Versorgungskette und des Auslaufens der Vorräte dramatisch gesunken. Die Arzneimittelvorräte dürften in den nächsten zwei Wochen ausgehen. Medikamente für chronische Krankheiten (z. B. Tuberkulose, HIV/Aids, Krebs und Diabetes) werden dringend benötigt. Generell ist der Zugang der Patienten zu Medikamenten aufgrund steigender Preise beeinträchtigt, wobei die benachteiligten Bevölkerungsgruppen am meisten gefährdet sind.

„Neben der Lieferung medizinischer Hilfsgüter muss es eine vorrangige Aufgabe sein, in den Bezirken Donezk und Luhansk die medizinische Versorgung schnell zu verbessern und zusammen mit unseren Partnern den Zugang zur tertiären Versorgung und die Überweisung dorthin zu gewährleisten“, erklärt Patricia Kormoss, die als Koordinatorin der WHO für gesundheitliche Notversorgung an der Mission teilnahm.

Die Präsenz der WHO in Donezk wird zu ihrer anhaltenden Arbeit zur Koordinierung der Tätigkeit der humanitären Organisationen in Gesundheitsfragen als Reaktion auf die Krise in der Ukraine beitragen.