Mobile Gesundheitsversorgung für die Ukraine

WHO/Alex Glyadyelov

Die WHO hat in der Ukraine medizinisches Personal dafür geschult, Binnenvertriebene und Bevölkerungsgruppen in den Zonen kriegerischer Auseinandersetzung hochwertig versorgen zu können. Derzeit sind in der Ostukraine 16 mobile Noteinrichtungen im Einsatz, die wöchentlich über 1600 von dem Konflikt betroffene Menschen versorgen.

Seit Februar erbringen von der WHO geschulte Ärzte und Pflegepersonal Dienste der primären Gesundheitsversorgung für Menschen in der östlichen Ukraine und greifen dafür über einen Tablet-PC online auf Gesundheitsdaten und Empfehlungen für Patienten zu. Der Tablet-PC gibt den medizinischen Fachkräften auch Zugang zu Protokollen und Prozeduren der Notversorgung, die auf WHO-Normen und Standards beruhen, aber an die Verhältnisse in der Ukraine angepasst sind. Das Programm wurde für die Bereitstellung personenzentrierter, aktueller und umfassender Informationen und Empfehlungen entwickelt. Es kann auch für Frühwarnungen durch die Überwachung von Syndromen und Erkrankungen genutzt werden.

Die mobilen Noteinrichtungen werden derzeit von 16 Teams im Osten der Ukraine für mehr als 1600 Konsultationen pro Woche genutzt. Jedes Team besteht aus einem Arzt, zwei Pflegekräften und einem Fahrer. Die WHO stellt kostenlos Medikamente zur Verfügung und ist im Begriff, ein Überweisungssystem für Menschen mit Tuberkulose und HIV sowie mit psychischen, pädiatrischen und anderen, spezialisierte Versorgung erfordernden, Bedürnissen zu schaffen. Die Teams agieren sensibel sowohl in Geschlechterfragen als auch in Bezug auf vulnerable Bevölkerungsgruppen.

Die Einrichtung wird betrieben durch das IMC (International Medical Corps) und das Ukrainische Rote Kreuz mit Unterstützung der WHO und Mitteln der Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission (ECHO), des zentralen Nothilfefonds für humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen (CERF) sowie der Regierungen Kanadas, Estlands und Israels. Das Ministerium für internationale Entwicklung des Vereinigten Königreichs (DfID) und die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) haben ebenfalls Hilfe zugesagt. 

Anhaltende Krise

Mehr als 5 Mio. Menschen benötigen nach Schätzungen Gesundheitsleistungen und es wird mit über 1,3 Mio. Binnenvertriebenen als Folge der Krise in der Ukraine gerechnet. 1,7 Mio. Kinder sind von dem Konflikt betroffen und über 155 000 Kinder sind als Binnenvertriebene registriert.

Die WHO plant die Zahl der eingesetzten Noteinrichtungen zu erhöhen und die primäre Gesundheitsversorgung durch entsprechende Maßnahmen stärken zu können. Ebenfalls geplant ist der Ausbau von Telemedizin- und Notfalldiensten.