WHO liefert unentbehrliche Arzneimittel in Gebiete, die nicht unter der Kontrolle der ukrainischen Regierung sind

WHO/Ievgen Mostovyi

Die WHO hat mehr als fünf Tonnen an Arzneimitteln und medizinischer Ausrüstung in den Osten der Ukraine geliefert. Die Notfall-Kits wurden zur Versorgung von bis zu 30 000 in den umkämpften Gebieten lebenden Menschen verteilt.

In den Gesundheitseinrichtungen und Apotheken der Kriegszonen herrscht ein akuter Mangel an lebensrettenden Arzneimitteln und Verbrauchsgütern. „Viele Menschen sind in den Krisengebieten vom Zugang zu medizinischer Versorgung abgeschnitten," sagt die WHO-Vertreterin in der Ukraine, Dr. Dorit Nitzan. „Priorität hat für uns die Linderung von Leid für die Millionen von Binnenvertriebenen, die sie beherbergenden Gemeinden und für die unter Artilleriebeschuss lebenden und verwundeten Menschen."

Die Gesamtzahl der Menschen, die in Gebieten leben, die nicht unter Kontrolle der Regierung sind, wird mit 3,1 Millionen veranschlagt. Die anhaltenden Kämpfe verursachen in der Intensivpflege und Traumaversorgung vor allem einen zusätzlichen Bedarf an Schmerzmitteln, denn in weniger als einem Jahr wurden 16 000 Menschen verwundet, von denen 6500 verstarben.

Der Zugang zu diesen Gebieten ist für humanitäre Hilfegruppen schwierig und wird durch die Zunahme der Feindseligkeiten weiter erschwert, so dass die Menschen ohne lebensrettende Gesundheitsversorgung im Stich gelassen werden müssen. Die WHO setzt sich dafür ein, die betroffenen Menschen rechtzeitig und hochwertig zu versorgen und allen den gleichen Zugang zur Gesundheitsversorgung zu sichern.

Die Versendung medizinischer Hilfsgüter wurde mit Mitteln der Generaldirektion für humanitäre Hilfe (ECHO) bei der Europäischen Kommission, Kanadas, des Zentralen Fonds der Vereinten Nationen für die Reaktion auf Notsituationen (CERF), Estlands und der Russischen Föderation ermöglicht. Seit Beginn der Auseinandersetzungen hat die WHO medizinische Hilfsgüter für über 370 000 Menschen geliefert.

Anhaltende Krise

Mehr als 5 Mio. Menschen benötigen in der Ostukraine nach Schätzungen Gesundheitsleistungen und es wird mit über 1,3 Mio. Binnenvertriebenen als Folge der Krise gerechnet. Die WHO unterstützt zusammen mit Bevölkerung und der internationalen Gemeinschaft die Ukraine und ihr Gesundheitsministerium in der Anleitung einer koordinierten Antwort des Gesundheitssektors.