WHO gibt offiziellen Startschuss für das Projekt zur Stärkung der Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten in der Ukraine

WHO/K. Vozniuk

Petra Widmer, Stellvertretende Leiterin des Schweizerischen Kooperationsbüros in der Ukraine, und Gerry McWeeney vom WHO-Regionalbüro für Europa, beim Startschuss für das Projekt zur Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten in der Ukraine.

Am 28. Oktober 2015 gab die WHO den offiziellen Startschuss für das Projekt zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten und zur Gesundheitsförderung in der Ukraine, das von den ukrainischen Ministerien für Gesundheit und für Bildung und Wissenschaft unterstützt wird. An der Veranstaltung nahmen die Stellvertretende Leiterin des Schweizerischen Kooperationsbüros in der Ukraine, Petra Widmer, und der Stellvertretende Gesundheitsminister der Ukraine, Ihor Perehinets, sowie eine Reihe von Vertretern der Kommunalpolitik teil. Dabei wurde die inhaltliche Ausrichtung des Projektes erläutert. 

Nichtübertragbare Krankheiten sind jährlich für 86% der Todesfälle in der Ukraine verantwortlich, und die WHO arbeitet zusammen mit ihren Partnerorganisationen an der Gestaltung angemessener Gegenmaßnahmen. „Die Festlegung von Konzepten und Strategien gegen nichtübertragbare Krankheiten gehört für das Gesundheitsministerium zu den obersten Prioritäten bei unserer Überzeugungsarbeit für die Annahme des übergeordneten nationalen Aktionsplans gegen nichtübertragbare Krankheiten", sagte der Minister. Er hob auch die Bedeutung frühzeitiger Präventionsmaßnahmen hervor. „Einer der wichtigen Aspekte dieses Plans ist die Stärkung der primären Gesundheitsversorgung und damit die frühzeitige Vorbeugung gegen diese Krankheiten." 

Das Projekt wird in insgesamt sechs Regionen der Ukraine realisiert: Dnipropretrovsk, Poltava, Vinnitsa, Lviv, Ivano-Frankivsk und Kharkiv sowie in der Stadt Kiew. Gerry McWeeney erklärte: „Durch dieses Projekt werden wir die Regierung bei der Gestaltung gesundheitspolitischer Handlungskonzepte zur Bekämpfung der epidemieartigen Ausbreitung nichtübertragbarer Krankheiten unterstützen und gleichzeitig gemeinsam mit den Bürgern und den örtlichen Gemeinschaften die Anstrengungen im Bereich der Prävention verstärken." McWeeney rief die Zivilgesellschaft und die Privatwirtschaft zu einem stärkeren Engagement auf.

Ein wesentlicher Aspekt des Projektes ist die Sensibilisierung für nichtübertragbare Krankheiten und die ihnen zugrunde liegenden Risikofaktoren: Tabak- und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung. Weiterhin geplant sind die Festlegung maßgeschneiderter Gesundheitsstrategien und -konzepte, die Aktualisierung von Diagnose- und Behandlungsprotokollen und der Aufbau von fachlicher Kompetenz unter den Beschäftigten in der primären Gesundheitsversorgung. Die Zielsetzung des Projektes besteht darin, die Gesellschaft und die Bürger in die Veränderung der sozialen, verhaltens- und umweltbezogenen Rahmenbedingungen einzubeziehen, die sich auf die menschliche Gesundheit auswirken. Der inhaltliche Schwerpunkt wird dabei auf die frühzeitige Prävention und die Aufklärung an Schulen gelegt, da ungesunde Verhaltensweisen oft schon in der Jugend einsetzen.