Wiederaufflammen der Kämpfe in der Ostukraine treibt Nachfrage nach Gesundheitsleistungen in die Höhe

WHO/D.Tadevosyan

Eine große Lieferung von interinstitutionellen medizinischen Notfall-Kits der WHO ist auf dem Weg in die Ostukraine, um nach dem Wiederaufflammen der Kämpfe und des Artilleriebeschusses in jüngster Zeit zur Bewältigung der unmittelbaren gesundheitlichen Bedürfnisse der örtlichen Bevölkerung beizutragen.

Tausende von Zivilisten leben bei Temperaturen unter null Grad im Freien, und viele andere sind verletzt und benötigen dringend eine lebensrettende medizinische Versorgung. Die Notfall-Kits sollen die Deckung der gesundheitlichen Bedürfnisse von über 300 000 Patienten in der Ukraine für die Dauer von drei Monaten ermöglichen. Wenn nicht umgehend Präventions- und Nothilfemaßnahmen ergriffen werden, drohen mehr Leid und der Verlust weiterer Menschenleben.

Humanitäre Hilfe nimmt ab

Trotz des rapide zunehmenden gesundheitlichen Bedarfs leiden die Nothilfemaßnahmen in der östlichen Ukraine weiterhin unter schweren finanziellen Engpässen in der humanitären Hilfe.

„Die humanitäre Lage ist mitten im Winter äußerst prekär, da in weiten Teilen von Donezk die Versorgung mit Strom, Wärme, Wasser und grundlegenden Leistungen gestört ist“, erklärt Dr. Marthe Everard, Repräsentantin der WHO in der Ukraine. „Unsere Anstrengungen konzentrieren sich darauf, den Schutz der Zivilbevölkerung vor den Kampfhandlungen sowie ihren Zugang zu grundlegenden Leistungen wie einer gesundheitlichen Grundversorgung sicherzustellen.“

Berücksichtigung der Bedürfnisse von Binnenvertriebenen

Die Regierung der Ukraine hat die freiwillige medizinische Evakuierung von Kindern und anderen anfälligen Bewohnern von Avdiivka, einer Stadt nördlich von Donezk, organisiert, doch aufgrund des anhaltenden Artilleriebeschusses und der extremen Kälte müssen in den kommenden Wochen möglicherweise Tausende weitere Personen aus dem Gebiet evakuiert werden.

Die WHO arbeitet zusammen mit der Regierung der Ukraine und ihren Partnerorganisationen im Gesundheitsbereich darauf hin, die zeitnahe Lieferung von medizinischen Notfall-Kits an Krankenhäuser und Kliniken sicherzustellen und zu koordinieren, um den Bedarf eines breiten Spektrums von Patienten sowohl in von der Regierung kontrollierten Gebieten als auch in anderen Gebieten und in Pufferzonen zu decken. Dieser schließt auch Präventionsangebote wie Impfmaßnahmen sowie die Diagnose und Behandlung verbreiteter Krankheiten ein.

Kälte wirkt sich negativ auf Lebensbedingungen und Gesundheit der Bevölkerung aus

Die kalten Witterungsbedingungen bedrohen insbesondere die Gesundheit von Patientengruppen wie schwangeren Frauen und erkrankten Kindern in Krankenhäusern, die von der Strom- und Wasserversorgung und von zentralen Heizsystemen abgeschnitten sind. Die eisigen Temperaturen können auch das Risiko von Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen erhöhen, vor allem bei älteren Menschen und Kleinkindern mit Erkältungen, Grippe und anderen Gesundheitsproblemen, die von schweren bakteriellen und viralen Infektionen verursacht werden.

Zusammen mit anderen Organisationen der Vereinten Nationen sowie ihren Partnerorganisationen im Gesundheitsbereich arbeitet die WHO darauf hin, die Exposition gegenüber Kälte zu verringern und einen Zugang zu beheizten Unterkünften, regelmäßigen warmen Mahlzeiten und angemessener Kleidung herzustellen.