Porträts von der Konfliktlinie in der Ukraine, wo humanitäre Hilfe am dringendsten benötigt wird

Volodymyr Shuvayev

Die Höhe der im Jahr 2018 für die humanitäre Hilfe zur Verfügung stehenden Mittel wird entscheidend dafür sein, wie viele der vom ukrainischen Konflikt betroffenen Menschen unterstützt werden können

Im vierten Jahr des bewaffneten Konflikts in der Ukraine benötigen 3,4 Mio. Menschen im Osten des Landes humanitäre Hilfe. Davon haben die 200 000 Einwohner, die in einem Umkreis von 5 km von der 457 km langen Kontaktlinie leben, den dringendsten Bedarf. Ihr Leben ist durch den kontinuierlichen Artilleriebeschuss, die eingeschränkte Bewegungsfreiheit und die Lebensmittel-, Kraftstoff- und Medikamentenknappheit sowie durch die erhöhten Gesundheitsrisiken und den fehlenden Zugang zur Gesundheitsversorgung besonders stark betroffen.

Der harte Winter erschwert ihren Kampf noch weiter. Die Kontaktlinie, die die von der Regierung kontrollierten Gebiete von den nicht von der Regierung kontrollierten Gebieten trennt, gehört außerdem inzwischen zu den am meisten durch Landminen kontaminierten Gebieten weltweit. Die folgenden Fotos zeigen die Geschichten einiger der in diesem Gebiet lebenden Menschen sowie die Schwierigkeiten, mit denen sie tagtäglich konfrontiert sind.

Eine vergessene Krise

Die humanitäre Hilfe für die Krise in der Ukraine ist weiterhin in höchstem Maße unterfinanziert. Im Jahr 2017 hat die WHO nur zwei Drittel der für ihre humanitäre Tätigkeit im Land erforderlichen Mittel erhalten.

„Mit den verfügbaren Mitteln konnten die WHO und ihre Partner die wichtigsten Bedürfnisse abdecken. Wir haben unentbehrliche Medikamente und lebensrettende Ausrüstung bereitgestellt, ärztliche Hilfe in mobilen Einheiten angeboten, Kapazitäten aufgebaut und das Gesundheitssystem gestärkt“, sagt Dorit Nitzan, die Koordinatorin für gesundheitliche Notlagen beim WHO-Regionalbüro für Europa.

„Dieses Budget“, führt sie weiter aus, „hat es der WHO jedoch nicht erlaubt, in vollem Umfang Unterstützung im Bereich der Infektionskrankheiten und der nichtübertragbaren Krankheiten zu leisten, wodurch Millionen von Kindern weiterhin gefährdet sind und Tausende von Patienten nicht behandelt werden konnten. Deshalb rufen die WHO und die Organisationen der Vereinten Nationen zu Spenden auf, um die Unterstützung für die gesundheitliche und humanitäre Hilfe für die Millionen von durch den Konflikt in der Ukraine betroffenen Menschen aufzustocken.

Ende 2017 starteten Organisationen der Vereinten Nationen, darunter die WHO, und internationale Partner die Kampagne #UkraineNotForgotten, um um Unterstützung für die humanitäre Hilfe zu bitten. Insgesamt werden 159 Mio. US-$ benötigt, davon 21,1 Mio. US-$ zur Deckung des Bedarfs für Gesundheit und Ernährung von nicht einmal der Hälfte der 2,2 Mio. bedürftigen Menschen. Die Maßnahmen sind im Plan der Vereinten Nationen für humanitäre Hilfsmaßnahmen für das Jahr 2018 näher ausgeführt.