Internationale Gesundheitsvorschriften

Dee Grimm

Emergency Management Professionals training on disaster preparedness and emergency management planning

Die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) stellen ein internationales Rechtsinstrument dar, das für weltweit 196Vertragsstaaten, darunter sämtliche Mitgliedstaaten der WHO, verbindlich ist. Die am 15. Juni 2007 in Kraft getretenen überarbeiteten IGV (2005) bilden den erforderlichen rechtlichen Rahmen, um „die grenzüberschreitende Ausbreitung von Krankheiten zu verhüten und zu bekämpfen, davor zu schützen und dagegen Gesundheitsschutzmaßnahmen einzuleiten, und zwar auf eine Art und Weise, die den Gefahren für die öffentliche Gesundheit entspricht und auf diese beschränkt ist und eine unnötige Beeinträchtigung des internationalen Verkehrs und Handels vermeidet“.

Heute können sich Krankheiten durch den internationalen Handels- und Reiseverkehr großräumig ausbreiten. So kann eine Gesundheitskrise in einem Land Auswirkungen auf Lebensgrundlagen und Volkswirtschaften in vielen Teilen der Welt haben. Solche Krisen können durch neu entstandene Infektionskrankheiten wie das Schwere Akute Respiratorische Syndrom (SARS) oder eine neue humane Influenzapandemie ausgelöst werden. Die IGV lassen sich aber auch auf andere gesundheitliche Notlagen anwenden, wie sie durch Chemieunfälle, Leckagen und ungeregelte Abfallablagerung oder durch nukleare Unfälle entstehen können. Sie sollen der internationalen Staatengemeinschaft dabei helfen, akute Gefahren für die öffentliche Gesundheit zu verhindern bzw. zu entdecken und darauf zu reagieren und gleichzeitig die Beeinträchtigung des internationalen Verkehrs und Handels möglichst gering zu halten.