Verteidigung

WHO

Die historische Verbindung zwischen medizinischen Einrichtungen des Militärs und öffentlicher Gesundheit besteht bis auf den heutigen Tag fort. Die Mitgliedstaaten müssen durch alle maßgeblichen Ressorts der Regierungen zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen beitragen und ihre Kernkapazitäten zur Umsetzung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) fortentwickeln. Daher kann das Militär aufgrund seiner einzigartigen Zusammensetzung, Belastung und Aufdeckungskapazität weiter durch Krankheitsprävention und -bekämpfung wichtige Beiträge zur globalen öffentlichen Gesundheit leisten. Die WHO arbeitet bereits seit 1952 mit dem Internationalen Komitee für Wehrmedizin (ICMM) zusammen und arbeitet mit diesem für die Stärkung der Kapazitäten der militärischen Gesundheitseinrichtungen zur Unterstützung der Befolgung der IGV durch die Staaten sowie zur Entwicklung von Lehrplänen und anschließenden Schulung des entsprechenden Personals.

Hintergrund

Gesundheitseinrichtungen des Militärs verfügen über einzigartige Kapazitäten, durch die sie zur globalen öffentlichen Gesundheit im Rahmen der IGV beitragen können.

Mobilmachung wurde vom Militär von jeher mit der Übertragung von Krankheiten in Verbindung gesetzt, so dass militärische Gesundheitseinrichtungen schon lange Ursachen und Wege der Übertragung von Krankheiten (wie Malaria und Gelbfieber) untersuchen sowie wirksame Gegenmaßnahmen veranlassen, etwa durch soziale Distanzierung (Gruppierung, Isolierung und Quarantäne), durch Chemotherapie (gegen Malaria) und durch Impfung (gegen Meningokokken). Von all diesen Maßnahmen haben auch die Zivilbevölkerung und die globale öffentliche Gesundheit enorm profitiert.

Die personelle Zusammensetzung des Militärs sowie seine Belastungen sind einzigartig, doch können die Systeme des Militärs zur epidemiologischen Überwachung auch zur Früherkennung von Krankheitsausbrüchen genutzt werden, die für die allgemeine Bevölkerung und öffentliche Gesundheit wichtig sein können. Ausbrüche in der Zivilbevölkerung könnten andererseits auch Militärpersonal betreffen, das im Umkreis ausgebildet und eingesetzt wird, und seine Funktionsfähigkeit einschränken.

Außerdem verfügen medizinische Einrichtungen des Militärs gegebenenfalls über besondere Laborkapazitäten, welche die zivilen Einrichtungen ergänzen können. Somit können die militärischen medizinischen Einrichtungen helfen, neue Krankheitsausbrüche bzw. Krankheitserreger in der Zivilbevölkerung wie beim Militärpersonal aufzudecken.