EHEC-Ausbruch: Lagebericht 18

In der vergangenen Woche ist die Zahl der Fälle von hämolytisch-urämischem Syndrom (HUS) und bzw. Infektion mit enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) signifikant zurückgegangen. In Deutschland sinkt die Zahl der täglich gemeldeten Fälle seit dem Höhepunkt des Ausbruchs kontinuierlich; dieser lag für HUS am 21. Mai und für EHEC am 22. und 23. Mai. Dennoch steigen die kumulativen Zahlen aus Deutschland weiter an, was vor allem auf Verzögerungen bei der Meldung zurückzuführen ist. Untersuchungen der deutschen Behörden deuten darauf hin, dass die Überträger des für den Ausbruch verantwortlichen Bakteriums, des enteroaggregativen Verotoxin produzierenden Escherichia coli (EAggEC VTEC) O104:H4, Sprossen und Keimlinge sind. Deshalb rät das Robert-Koch-Institut der Bevölkerung in Deutschland, Sprossen und Keimlinge jeglicher Herkunft nicht roh zu verzehren.

Die nachstehende Tabelle zeigt die gemeldeten Fälle und Todesfälle aufgrund von HUS bzw. EHEC-Infektion (Stand: 16. Juni, 15.00 Uhr MESZ).

Land
HUS
EHEC
Anmerkungen
 Fälle Todesfälle
 Fälle  Todesfälle  
Österreich 1
 0 3
0
 
Kanada  0 0
 1 0  
Tschechische Republik 0
 0 1  0 Ein Tourist aus den Vereinigten Staaten, der in Deutschland unterwegs war
Dänemark 8
0
12
 0
Frankreich 0
0
2
0

Deutschland
798  25  2610 13  
Griechenland 0
 0 1 0
Ein Tourist aus Deutschland
Luxemburg 1
 0 1
0
 
Niederlande 4
 0 4
0
 
Norwegen 0 0
1
0

Kontakt mit Deutschem in Norwegen
Polen 2
0
1  0  
Spanien 1
 0 1
0
 
Schweden 18
1
30
0
 
Schweiz 0
0
5
0
Vereinigtes Königreich 3
0
3 0

Vereinigte Staaten von Amerika  3 0
 2 0
3 HUS-Fälle (alle bestätigt) und 2 EHEC-Fälle (1 bestätigter Fall, 1 Verdachtsfall)
Insgesamt  839  26  2678  13  

Hinweis: Die Gesamtzahl der HUS- und EHEC-Fälle beträgt 3517, darunter 39 Todesfälle.

Bei dem letzten HUS-Fall mit blutigem Durchfall lag der Symptombeginn am 10. Juni, bei den letzten EHEC-Fällen am 13. Juni. Von fünf Ausnahmen abgesehen hatten sich alle der genannten HUS- und EHEC-Patienten innerhalb der Inkubationszeit, meist drei bis vier Tage nach der Exposition (Bandbreite: zwei bis zehn Tage), in Deutschland aufgehalten. Die übrigen fünf Fälle werden jedoch ebenfalls mit dem Ausbruch in Deutschland in Verbindung gebracht.

Hinweis

EHEC und HUS unterliegen getrennten Meldekategorien, sodass es bei den Fallzahlen keine Überschneidungen geben sollte. Wie bei jedem sich schnell entwickelnden Ausbruchsgeschehen sollten die Zahlen jedoch nur als vorläufig betrachtet werden. Sie können sich aus unterschiedlichen Gründen noch ändern.

Mit der Bereitstellung der genannten Informationen möchte die WHO auch den Beitrag ihrer Mitgliedstaaten und ihrer fachlichen Partner anerkennen, zu denen die Europäische Kommission, das Europäische Zentrum für die Kontrolle und die Prävention von Krankheiten sowie eine Reihe von Kooperationszentren der WHO zählen.