EHEC-Ausbrüche: Lagebericht 25 – Neue Fälle in Frankreich und Schweden

Am 24. Juni 2011 meldete Frankreich einen Ausbruch von Verotoxin produzierenden Escherichia coli (VTEC) bzw. hämolytisch-urämischem Syndrom (HUS) mit insgesamt acht Fällen bei Erwachsenen (Frauen: 6; Männer: 2). E. coli O104:H4 konnte bisher in drei Fällen bestätigt werden. Am 28. Juni meldete Schweden einen bestätigten Fall von E. coli O104:H4; betroffen war ein erwachsener Mann in Südschweden. In keinem der in Frankreich und Schweden aufgetretenen Fälle hatten sich die Betroffenen zuvor in Deutschland aufgehalten. Auch wenn die Untersuchungen noch andauern, so gibt es doch erste Anzeichen dafür, dass Sprossen aus lokaler Erzeugung bei dem Ausbruch eine Rolle spielten.

EHEC-Ausbruch in Deutschland

In Deutschland sinkt die Zahl der täglich gemeldeten Fälle von HUS bzw. enterohämorrhagischen E. coli (EHEC) seit dem Höhepunkt des Ausbruchs am 22. Mai kontinuierlich. Dennoch steigen die kumulativen Zahlen aus Deutschland weiter an, was vor allem auf Verzögerungen bei der Meldung zurückzuführen ist.

Untersuchungen der deutschen Behörden deuten darauf hin, dass die Überträger des für den Ausbruch in Deutschland verantwortlichen Bakteriums, des enteroaggregativen Verotoxin produzierenden E. coli (EAggEC VTEC) O104:H4, Sprossen und Keimlinge sind. Deshalb rät das Robert-Koch-Institut der Bevölkerung in Deutschland, Sprossen und Keimlinge jeglicher Herkunft nicht roh zu verzehren.

Die nachstehende Tabelle zeigt die gemeldeten Fälle und Todesfälle aufgrund von HUS bzw. EHEC-Infektion in Deutschland und in anderen Ländern, wobei sich in letzteren die Betroffenen zuvor in Deutschland aufgehalten hatten (Stand: 28. Juni, 18.00 Uhr MESZ).

Land
HUS
EHEC
 Fälle Todesfälle
 Fälle  Todesfälle
Dänemark 9
 0 13 0
Deutschland  838 30  3063 17
Frankreich 0
 0 2  0
Griechenland 0
0
1
 0
Kanada 0
0
1
0
Luxemburg 1  0  1 0
Niederlande 4
 0 7 0
Norwegen 0
 0 1
0
Österreich 1
 0 4
0
Polen 2 0
1
0
Schweden 18
1
35  0
Schweiz 0
 0 5 0
Spanien 1
0
1
0
Tschechische Republik 0
0
1
0
Vereinigtes Königreich 3
0
3 0
Vereinigte Staaten von Amerika  4 1
 2 0
Insgesamt  881  32  3141

 17

In Deutschland lag bei den letzten HUS- wie auch EHEC-Fällen der Beginn der Symptome mit blutigem Durchfall jeweils am 22. Juni. Von fünf Ausnahmen abgesehen hatten sich alle der genannten HUS- und EHEC-Patienten innerhalb der Inkubationszeit, meist drei bis vier Tage nach der Exposition (Bandbreite: zwei bis zehn Tage), in Deutschland aufgehalten. Die übrigen fünf Fälle werden jedoch ebenfalls mit dem Ausbruch in Deutschland in Verbindung gebracht

Insgesamt kam es bisher zu 4022 HUS- und EHEC-Fällen, darunter 49 mit tödlichem Ausgang. Die Fälle wurden aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Kanada, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, der Schweiz, Spanien, der Tschechischen Republik, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten von Amerika gemeldet.

Hinweis

EHEC und HUS unterliegen getrennten Meldekategorien, sodass es bei den Fallzahlen keine Überschneidungen geben sollte. Wie bei jedem sich schnell entwickelnden Ausbruchsgeschehen sollten die Zahlen jedoch nur als vorläufig betrachtet werden. Sie können sich aus unterschiedlichen Gründen noch ändern.

Mit der Bereitstellung der genannten Informationen möchte die WHO auch den Beitrag ihrer Mitgliedstaaten und ihrer fachlichen Partner anerkennen, zu denen die Europäische Kommission, das Europäische Zentrum für die Kontrolle und die Prävention von Krankheiten sowie eine Reihe von Kooperationszentren der WHO zählen.