Ausbrüche von E. coli O104:H4: Lagebericht 29

Am 5. Juli veröffentlichte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) den Bericht der Sonderarbeitsgruppe zur Koordinierung der Untersuchungen zur Ermittlung der möglichen Quelle der Ausbrüche von Escherichia coli O104:H4 in Frankreich und Deutschland. Einzelheiten zum Bericht sowie dessen Schlussfolgerungen finden Sie auf der Website der EFSA.

Ausbrüche in Deutschland, Frankreich und Schweden

In Deutschland sinkt die Zahl der täglich gemeldeten Fälle von hämolytisch-urämischem Syndrom (HUS) bzw. Infektion mit enterohämorrhagischen E. coli (EHEC) seit dem Höhepunkt des Ausbruchs am 22. Mai kontinuierlich. Dennoch steigen die kumulativen Zahlen aus Deutschland weiter an, was vor allem auf Verzögerungen bei der Meldung zurückzuführen ist. Seit 7. Juli werden von Deutschland nur diejenigen EHEC-Fälle (Shigatoxin produzierende E. coli – STEC) gemeldet, die den klinischen Kriterien gemäß den Falldefinitionen der Europäischen Union (EU) entsprechen. Dies erklärt die geringere Gesamtzahl der von Deutschland gemeldeten Fälle gegenüber dem Lagebericht der WHO vom 1. Juli (Lagebericht 28).

Bei dem letzten gemeldeten Fall einer nachgewiesenen Infektion mit E. coli O104:H4 setzten die Symptome am 26. Juni ein. Bei dem insgesamt letzten gemeldeten Fall (einschließlich derjenigen ohne Nachweis einer Infektion mit E. coli O104:H4) setzten die Symptome am 29. Juni ein. Von allen Fällen mit datiertem Symptombeginn, die dem Robert-Koch-Institut gemeldet wurden, erkrankten zwischen 26. Juni und 4. Juli zehn Personen an EHEC und vier am HUS.

Aus Frankreich und Schweden wurden seit dem Lagebericht der WHO vom 1. Juli keine Infektionen mit E. coli O104:H4 mehr gemeldet. In Frankreich wurde seit dem letzten Lagebericht der WHO ein HUS-Fall aus der Statistik genommen, da für die Infektion ein anderer Serotyp des E. coli verantwortlich war.

Weltweite Situation

Die nachstehende Tabelle zeigt die Gesamtzahl der weltweit gemeldeten Fälle und Todesfälle (Stand: 6. Juli) infolge einer Infektion mit enteroaggregativen Verotoxin produzierenden E. coli (EAggEC VTEC) O104:H4 seit Beginn des Ausbruchs in Deutschland am 1. Mai 2011. Insgesamt haben 16 Länder in Europa und Nordamerika bisher 3941 Fälle von Infektion mit E. coli O104:H4 gemeldet, darunter 52 Todesfälle.

Land
HUS
EHEC
 Fälle Todesfälle
 Fälle  Todesfälle
Dänemark 9
 0 14 0
Deutschland  859 34  2945* 16
Frankreich 7
 0 10  0
Griechenland 0
0
1
 0
Kanada 0
0
1
0
Luxemburg 1  0  1 0
Niederlande 4
 0 7 0
Norwegen 0
 0 1
0
Österreich 1
 0 4
0
Polen 2 0
1
0
Schweden 18
1
35  0
Schweiz 0
 0 5 0
Spanien 1
0
1
0
Tschechische Republik 0
0
1
0
Vereinigtes Königreich 3
0
3 0
Vereinigte Staaten von Amerika  4 1
 2 0
Insgesamt  909  36  3032  16
* Seit 7. Juli 2011 umfasst diese Zahl nur Fälle, die den Falldefinitionen der EU entsprechen.

Hinweis

EHEC und HUS unterliegen getrennten Meldekategorien, sodass es bei den Fallzahlen keine Überschneidungen geben sollte. Wie bei jedem sich schnell entwickelnden Ausbruchsgeschehen sollten die Zahlen jedoch nur als vorläufig betrachtet werden. Sie können sich aus unterschiedlichen Gründen noch ändern.

Mit der Bereitstellung der genannten Informationen möchte die WHO auch den Beitrag ihrer Mitgliedstaaten und ihrer fachlichen Partner anerkennen, zu denen die Europäische Kommission, das Europäische Zentrum für die Kontrolle und die Prävention von Krankheiten sowie eine Reihe von Kooperationszentren der WHO zählen.

Ab dem 4. Juli 2011 wird das Regionalbüro den Lagebericht nicht mehr täglich, sondern nur aus gegebenem Anlass aktualisieren.