Ausbruch der Legionärskrankheit in Portugal

Mit Stand vom 13. November 2014 um 17 Uhr hatte die Generaldirektion Gesundheit in Portugal insgesamt 311 Fälle von Legionärskrankheit gemeldet, die allesamt epidemiologisch mit Vila Franca de Xira, einem Vorort von Lissabon, verknüpft sind. Bisher wurde in sechs Fällen ein Tod aufgrund der Krankheit bestätigt.

Die ersten 17 Fälle wurden zwischen dem 6. und 7. November entdeckt, und die nationale IGV-Anlaufstelle für Portugal benachrichtigte die WHO am 9. November 2014 von dem Ausbruch.

Dies ist der bisher größte Ausbruch der Legionärskrankheit in Portugal, und er schreitet schnell voran. Der Ausbruch wird deshalb als größere gesundheitliche Notlage eingestuft.

Die Generaldirektion Gesundheit in Portugal hat Vorsorgemaßnahmen für die Bevölkerung empfohlen und steht in ständigem Kontakt mit den zuständigen nationalen Behörden für Gesundheit, Umwelt und Meteorologie. Sie unterhält auch enge Kontakte und eine enge Zusammenarbeit mit Partnern in der Europäischen Union, insbesondere dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten, sowie mit der Weltgesundheitsorganisation. Das WHO-Regionalbüro für Europa und sein Zentrum für Umwelt und Gesundheit in Bonn stehen erforderlichenfalls bereit, um den nötigen Sachverstand zu mobilisieren.

Legionellose

Legionellose ist die Bezeichnung für eine große Gruppe von Infektionen, die seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auftreten und die durch Bakterien wie Legionella pneumophila und damit verwandte Legionella-Bakterien verursacht werden. Der Schweregrad der Erkrankung variiert von dem meist mild verlaufenden Pontiac-Fieber bis zu einer potentiell tödlichen Form von Lungenentzündung (Legionärskrankheit), mit der sich jeder anstecken kann, die meist aber Personen befällt, die aufgrund ihres Alters, einer Vorerkrankung, einer Immunsuppression oder anderer Risikofaktoren besonders anfällig sind. Wasser ist ein erhebliches natürliches Reservoir für Legionellen, und die Infektion erfolgt durch Einatmen legionellenhaltiger Aerosole oder Sprühnebel.

Die Bakterien kommen weltweit in einer Vielzahl verschiedener natürlicher und künstlicher Wasserumgebungen (z. B. Kühltürme, Wassersysteme in Hotels, Wohnungen, Schiffen und Fabriken, Beatmungsgeräte, Brunnen, Befeuchter, Schwimmbecken) bei Temperaturen zwischen 20 und 50 °C (optimaler Bereich: 35 bis 46 °C) vor.
Eine direkte Mensch-zu-Mensch-Übertragung findet nicht statt.