Olympische Spiele: WHO unterstützt Agentur des Vereinigten Königreichs im Gesundheitsschutz

WHO

WHO/Europe expert Dr Ute Enderlein (centre) reviewing surveillance plans with Dr Brian McCloskey and Dr Tina Endericks of the Olympics Coordination Centre.

Die WHO unterstützt die Agentur für Gesundheitsschutz des Vereinigten Königreichs (HPA) bei der ausgeweiteten epidemiologischen Überwachung von Krankheitsausbrüchen bzw. den Gegenmaßnahmen während der zwei bevorstehenden Massenveranstaltungen in London: Die olympischen Spiele 2012 und die Paralympics.

Die HPA lud Experten der WHO zur Begleitung der für die Spiele angeordneten Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und zur Unterstützung in der Bewertung von Risiken für die öffentliche Gesundheit ein, welche die Veranstaltungen beeinträchtigen könnten. Fünf Fachleute der WHO, hierunter Dr. Ute Enderlein vom Regionalbüro, sind in einem Rotationsverfahren als Verbindungspersonen zur Einsatzzentrale der HPA während der olympischen Spiele im Einsatz.

Die HPA ist ein Kooperationszentrum der WHO zu dem Themenkomplex Massenansammlungen und medienträchtige/folgenschwere Ereignisse. Es ist für die öffentliche Gesundheit im Zusammenhang mit den Spielen und auch in Fragen der Medien und Kommunikationsformen, der nationalen und internationalen epidemiologischen Überwachung und Gegenmaßnahmen im Falle eines Ausbruchs zuständig. Während der Spiele wird es eine zentrale Rolle für den Schutz der Gesundheit von Besuchern und Teilnehmern übernehmen, damit diese vor Infektionskrankheiten und Umweltgefahren sicher sein können. Die WHO unterstützt die HPA durch:

  • die Mobilisierung ihres Netzwerks aus Beratern zum Thema Massenveranstaltungen, damit Fachwissen und Erfahrungen gegen jegliche Unwägbarkeit in Bezug auf die öffentliche Gesundheit bei Massenveranstaltungen bereitstehen,
  • die Mitarbeit in der Risikoabschätzung für akute Ereignisse von Bedeutung für die öffentliche Gesundheit im Sinne der Internationalen Gesundheitsvorschriften,
  • die Beförderung einer optimalen Wirkung der Investitionen in die Kapazität des Gesundheitssystems im Vorfeld der Spiele.

Vorsorge, Surveillance und Gegenmaßnahmen

Die WHO hat in der Vorbereitung auf die Spiele eng mit der HPA in der Bewertung der Bereitschaftsplanung des englischen Gesundheitssystems für den Krisenfall zusammengearbeitet. Der Bewertungsbericht enthielt Empfehlungen, wie die englischen Kapazitäten für Massenveranstaltungen und Extremereignisse gesteigert werden könnten.

Vier Wochen vor der offiziellen Eröffnung der olympischen Spiele weitete die HPA ihr Programm zur epidemiologischen Überwachung von Krankheitsausbrüchen und Gegenmaßnahmen sowie die Laborkapazitäten aus. Das Programm erfasst das gesamte Land und soll helfen, Gefahren für die öffentliche Gesundheit und die Umwelt vor, bei und nach den Spielen aufzudecken, zu untersuchen und zu beseitigen.

Mehr als 10 000 Athleten werden an den olympischen Spielen teilnehmen, die am 27. Juli beginnen. Weitere 4200 Teilnehmer werden ab dem 29. August zu den Paralympics erwartet. Insgesamt 9 Mio. Eintrittskarten stehen für die verschiedenen Sport- und Kulturveranstaltungen aus diesem Anlass zur Verfügung.

Dr. Enderlein ergänzt die tägliche Arbeit der Einsatzzentrale für Olympia der HPA  im Bereich der epidemiologischen Überwachung und der Risikobewertung/-beherrschung. Vor, bei und nach den Spielen sammelt die HPA täglich Daten über akute Ausbrüche übertragbarer Krankheiten und anderer Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit und die Umwelt. Diese Daten werden überall im Land und erstmalig auch im olympischen Dorf erhoben. Die Datenanalyse bildet die Grundlage für tägliche Lageberichte zur öffentlichen Gesundheit, die das Kontrollzentrum für die Regierung des Vereinigten Königreichs als Entscheidungsgrundlage anfertigt und auch an Experten der WHO und des Europäischen Zentrums für die Kontrolle und die Prävention von Krankheiten (ECDC) weitergibt.

Der Leiter des Kontrollzentrums und zuständige Beamte des HPA für die olympischen Spiele in London 2012, Dr. Brian McCloskey, sagt hierzu: „Dieses neuartige und verbesserte System wird uns früh Anzeichen von Infektionsausbrüchen in der Bevölkerung und in den Krankenhäusern liefern, falls sie auftreten. Unsere Experten analysieren die Daten täglich, um potenziell für die Spiele relevante Ereignisse im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu erkennen. Wir werden die Kliniker, das Organisationskomitee der olympischen Spiele und der Paralympics und die Regierung dann beraten, wie auf Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit zu reagieren und ihre Wirkung zu begrenzen ist.“

Weitere Aktivitäten dieser Kooperation umfassen:

  • die Koordinierung des Programms für internationale Beobachter von Massenveranstaltungen in London 2012,
  • die Abstimmung und Verbesserung des online zugänglichen Planungs- und Bewertungsinstruments der WHO für Massenveranstaltungen während der olympischen Spiele und der Paralympics,
  • eine Befragung zu und Bewertung von geografischen Informationssystemen sowie Informations- und Kommunikationstechnologien im Zusammenhang mit Massenveranstaltungen,
  • die Produktion eines E-Lernkurses (Einführung in die Thematik öffentliche Gesundheit und Massenveranstaltungen) und seine Erprobung im Rahmen des Programms für internationale Beobachter von Massenveranstaltungen in London 2012,

HPA, WHO und ECDC werden während der Spiele in London wöchentlich ein gemeinsames Bulletin auf ihren Webseiten veröffentlichen. Die WHO wird die Erfahrungen in ihre Leitfäden für die Vorbereitung künftiger Massenveranstaltungen einfließen lassen.