Mobile Kliniken der WHO bringen Gesundheitsversorgung in den Norden Syriens

WHO/Elizabeth Tembo

WHO gives health partners in northern Syria the supplies they need—such as mobile clinics, medicines, surgical kits, and more—to treat trauma patients and provide other health services.

Das Regionalbüro verkündete heute die Lieferung von fünf mobilen Kliniken zur Deckung der gesundheitlichen Bedürfnisse erkrankter und verletzter Menschen im Norden Syriens. Jede Einheit kann bis zu 1000 Menschen im Monat mit erster Hilfe und Notfallmedizin versorgen. Das Regionalbüro kündigte die Lieferung während einer Zeremonie in der Nähe der Außenstelle Gaziantep (Türkei) an, der Vertreter des türkischen Gesundheitsministeriums beiwohnten. Während der Veranstaltung wurden die Leistungen von Gesundheitspartnern und die Hilfen der türkischen Regierung im Jahr 2016 für die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Norden Syriens gewürdigt.

Mobile Kliniken: Bedürftige vor Ort erreichen

Die mobilen Kliniken werden die Arbeit der WHO und ihrer Gesundheitspartner im Norden Syriens unterstützen. „Wenn man bedenkt, dass viele der Gesundheitseinrichtungen im Norden Syriens zerstört sind und so viele Menschen vertrieben wurden, dann sind diese mobilen Kliniken der einzige Weg, bedürftige Syrer medizinisch zu versorgen,“ sagte die Direktorin der Abteilung Gesundheitliche Notlagen und übertragbare Krankheiten beim Regionalbüro für Europa Dr. Nedret Emiroglu, die an der Veranstaltung teilnahm.

Jede mobile Einrichtung der primären Gesundheitsversorgung ist mit unentbehrlichen medizinischen Ausrüstungen, Technologien und Arzneimitteln ausgestattet. Die mobilen Einrichtungen wurden mit Unterstützung der Abteilung Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz (ECHO) der Europäischen Kommission und der norwegischen Regierung beschafft.

Die WHO hat zudem ein Paket unentbehrlicher Gesundheitsangebote geschnürt, das in den kommenden Monaten zum Einsatz kommen soll. Das Paket umfasst einen Fahrplan für die Bereitstellung einer umfassenden, integrierten Versorgung gemäß den Protokollen und Leitlinien der WHO. Es soll Orientierung für die Erbringung qualitativ hochwertiger Angebote für die kindliche und reproduktive Gesundheit sowie für Ernährung und die Handhabung übertragbarer wie nichtübertragbarer Krankheiten geben.

Lebensrettende Arbeit unserer Partner geehrt

Während einer Zeremonie verlieh die WHO Auszeichnungen für Leistungen von Gesundheitsteams im vergangenen Jahr in den Bereichen Impfung, medizinische Evakuierung und Erbringung sonstiger Leistungen. „2016 war für die medizinischen Teams vor Ort in Syrien ein schwieriges Jahr, aber sie haben so viel erreicht,“ sagte der Repräsentant der WHO in der Türkei Dr. Pavel Ursu. „Sie haben mehr als eine Million Kinder mit lebensrettenden Impfstoffen erreicht. Sie haben Tausenden von Menschen primäre Gesundheitsversorgung und Traumatherapie anbieten können. Wir sind Ihnen unendlich dankbar für Ihr Engagement inmitten dieses Bürgerkriegs.“

Die Gesundheitspartner erhielten Auszeichnungen für die Impfung syrischer Kinder unter extrem schwierigen Bedingungen und in schwer zu erreichenden Gegenden. 2016 verabreichten die Partner der WHO in Syrien mehr als zwei Millionen Dosen eines Polioimpfstoffs und führten mehr als 1,2 Millionen Impfungen gegen Masern und Röteln sowie 1,7 Millionen gegen fünf weitere durch Impfung vermeidbare Krankheiten durch. „Diese Menschen leisten harte Arbeit, um die Kinder vor schweren Erkrankungen zu schützen, und setzen dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel,“ sagte Dr. Emiroglu.

Die Partner wurden auch für ihren Einsatz während der Evakuierung schwerkranker Patienten aus dem Osten Aleppos geehrt. Vom 15. bis 23. Dezember 2016 wurden mehr als 36 000 Menschen aus dem östlichen Aleppo evakuiert, von denen 811 als Patienten in Krankenhäuser in den Westen Aleppos, nach Idleb und in die Türkei verbracht wurden. Die WHO und ihre Gesundheitspartner mobilisierten mehr als 156 Krankenwagen für diese Transporte.

„Die türkische Regierung ist zur Fortsetzung der humanitären Hilfe für stark bedürftige Syrer fest entschlossen,“ sagte der Generaldirektor für die Beziehungen zur Europäischen Union und Internationale Beziehungen Dr. Öner Güner in seiner Ansprache. „Wir hoffen, dass der Konflikt bald beigelegt werden kann und die Menschen wieder sicher und gesund werden leben können.“