WHO stellt bislang umfangreichste grenzüberschreitende Lieferung an medizinischen Hilfsgütern für den Nordwesten der Arabischen Republik Syrien bereit

WHO/L. Mackenzie

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützte im September 2018 nahezu 180 Gesundheitseinrichtungen im Nordwesten der Arabischen Republik Syrien mit insgesamt mehr als 104 Tonnen unentbehrlicher medizinischer Hilfsgüter im Wert von 1,3 Mio. US-$. Dies ist eine der bislang umfangreichsten monatlichen Lieferungen in diesem Jahr aus ihrer Schaltzentrale in der Türkei. Die Lieferung soll dabei behilflich sein, sich für eine mögliche Eskalation des Konflikts zu rüsten.

Mit diesen Hilfsgütern werden die Gesundheitseinrichtungen in der Lage sein, etwa 677 000 medizinische Behandlungen für chirurgische Fälle und Traumafälle, übertragbare und nichtübertragbare Krankheiten und vieles mehr bereitzustellen. Darüber hinaus ermöglichen sie den Gesundheitseinrichtungen, funktionsfähig zu bleiben und auch weiterhin sowohl Traumapatienten als auch Patienten im Bereich der primären Gesundheitsversorgung zu behandeln.

„Durch den regelmäßigen Zugang zu medizinischen Hilfsgütern können die Gesundheitseinrichtungen lebensrettende Gesundheitsleistungen und Gesundheitsversorgung bereitstellen. Die WHO ist entschlossen, gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen und Gebern sicherzustellen, dass die verfügbaren Gesundheitsressourcen auch die am stärksten gefährdeten bedürftigen Menschen erreichen“, sagte Dr. Annette Heinzelmann, Notfallkoordinatorin der WHO in Gaziantep (Türkei).

Regelmäßige Versorgung unerlässlich, um fortgesetzte Leistungserbringung zu gewährleisten

Durch eine monatliche Verteilung aus der Türkei in den Nordwesten der Arabischen Republik Syrien versorgt die Schaltzentrale der WHO in Gaziantep regelmäßig die Versorgungskette mit lebensrettenden Arzneimitteln, medizinischer Ausrüstung und medizinischen Hilfsgütern, wobei die Beträge regelmäßig an die von Partnerorganisationen gemeldeten und durch Bewertungen ermittelten Bedürfnisse angepasst werden. Dies stellt zurzeit die sicherste und schnellste Route für die Lieferung von Hilfsgütern in dieses Gebiet dar und eine kontinuierliche und effiziente grenzüberschreitende Versorgung hat sich als entscheidend für die Bereitstellung humanitärer Hilfe erwiesen. Es bleiben viele Herausforderungen, wie etwa die angespannte Sicherheitslage, zeitweilig unterbrochene oder gänzlich blockierte Zugänge und Angriffe auf das Gesundheitswesen.

Dr. Jorge Martinez, WHO-Koordinator der Schwerpunktgruppe Gesundheit für grenzüberschreitende Maßnahmen, sagte: „Unsere Partner innerhalb der Arabischen Republik Syrien müssen sich laufend an die sich verändernde Situation anpassen und wir müssen sie dabei auf jede erdenkliche Weise unterstützen, um den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Es ist von zentraler Bedeutung, dass wir unsere Arbeit koordinieren und uns gemeinsam darum bemühen, dass die Hilfsgüter effizient eingesetzt werden, damit es nicht zu Lücken oder Doppelarbeit bei der Leistungserbringung kommt.“

Zwei Zentren, ein Ansatz

Aufgrund der Art des Konflikts ist es wichtig, verschiedene Zugangswege zu den vom Konflikt betroffenen Gebieten aufrechtzuerhalten, um nahezu drei Millionen Menschen im Nordwesten der Arabischen Republik Syrien (etwa in Idleb, West-Aleppo, Nord-Hama und Ost-Latakia) zu versorgen.

Durch die Koordinierung der Gegenmaßnahmen im Nordwesten der Arabischen Republik Syrien aus ihren zwei Schaltzentren in Damaskus (Arabische Republik Syrien) und Gaziantep (Türkei) konnten die WHO und ihre Partnerorganisationen seit Beginn des Jahres über 407 Tonnen Arzneimittel und medizinische Ausrüstung bereitstellen, wodurch mehr als 3,9 Mio. Behandlungen im Nordwesten der Arabischen Republik Syrien ermöglicht wurden.

Die grenzübergreifenden Aktivitäten der WHO werden vom Ministerium für internationale Entwicklung (DFID) des Vereinigten Königreichs, von der Abteilung Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz (ECHO) bei der Europäischen Kommission, durch gebündelte Mittel des Amtes für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) der Vereinten Nationen, von der Internationalen Entwicklungsbehörde der Vereinigten Staaten (USAID) und den Regierungen von Japan, Norwegen und Schweden unterstützt.