Länder der Europäischen Region wollen Vorsorge- und Gegenmaßnahmen in Bezug auf Notlagen stärken

WHO

Die WHO begrüßt die wachsenden Anstrengungen der Länder der Europäischen Region zum Schutz ihrer Bevölkerung vor Epidemien, Umwelt- und Naturkatastrophen und humanitären Krisen. Eine dreitägige Tagung, die auf Einladung und mit finanzieller Unterstützung Deutschlands in München stattfand und am 15. Februar 2018 zu Ende ging, war ein Meilenstein im Bereich der Vorsorge für die zunehmend komplexen und aufwendigen gesundheitlichen Notlagen unserer Zeit und deren Bewältigung.

„Diese Veranstaltung bringt uns in der Europäischen Region der Fähigkeit einen Schritt näher, Bedrohungen schnell zu erkennen, Risiken wirksam einzuschätzen und möglichst geeignete, effiziente und zeitnahe Gegenmaßnahmen festzulegen“, erklärte Dr. Nedret Emiroglu, Direktorin für Programm-Management und Leiterin der Abteilung Gesundheitliche Notlagen und übertragbare Krankheiten beim WHO-Regionalbüro für Europa. „Vor allem stellt unser Ansatz, die Bereitschaftsplanung für Notlagen mit der Stärkung der Gesundheitssysteme und den grundlegenden gesundheitspolitischen Funktionen zu verknüpfen, einen echten Durchbruch auf dem Weg zu einer allgemeinen Gesundheitsversorgung dar.“

Verknüpfung von Notfallvorsorge, Gesundheitssystemen und antimikrobieller Resistenz

Auf der Tagung diskutierten über 150 Vertreter von 43 Ländern – allesamt Unterzeichner der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) – sowie von internationalen Organisationen über wirksame Wege zur Beschleunigung der Umsetzung der IGV, durch die die Länder besser auf die Bewältigung von Notlagen vorbereitet werden sollen. Insbesondere erörterten sie die Synergieeffekte zwischen den drei zentralen Bereichen: IGV-Kernkapazitäten, Gesundheitssysteme und gesundheitspolitische Funktionen und antimikrobielle Resistenz (AMR).

Bedarfsgerechte Gesundheitssysteme sind ein integraler Bestandteil der Umsetzung der IGV, und auch die Bemühungen um Stärkung der IGV-Kernkapazitäten tragen in einer Art „Aufwärtsspirale“ erheblich zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der Gesundheitssysteme bei. Gleichzeitig ist die Bekämpfung von AMR ein vorrangiges Ziel, zumal die Zunahme resistenter Bakterien die Bekämpfung von Krankheitsausbrüchen erschweren und die Belastungen für die Gesundheitssysteme verschärfen kann.

Auf dem Weg zu einem Aktionsplan für die Europäische Region

Die Querverbindungen zwischen den IGV, den Gesundheitssystemen und den gesundheitspolitischen Funktionen sind von zentraler Bedeutung für den ersten Aktionsplan der Europäischen Region für die Stärkung der Vorsorge- und Gegenmaßnahmen in Bezug auf Notlagen, der in München auf den Weg gebracht wurde. Der auf fünf Jahre angelegte Aktionsplan der WHO für die Verbesserung von Vorsorge- und Bewältigungsmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit (2018–2023) baut auf dem Entwurf des globalen Strategieplans auf und beruht auf drei Säulen:

  • Vorsorge: Aufbau, Aufrechterhaltung und Stärkung der IGV-Kernkapazitäten;
  • Bewältigung: Verbesserung des Ereignismanagements gemäß den Anforderungen der IGV;
  • Beobachtung und Evaluation: Messung von Fortschritten und Förderung der Rechenschaftslegung über die Umsetzung der IGV.

Auf der Grundlage der in München gesammelten Rückmeldungen aus den Ländern wird das Regionalbüro zusätzliche Konsultationen über die weitere Ausgestaltung des Aktionsplans für die Europäische Region durchführen, der der 68. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa im September 2018 zur Annahme vorgelegt wird.

Ein Forum für eine verbesserte Zusammenarbeit

Die IGV bilden einen internationalen Rechtsrahmen, der es Ländern in aller Welt ermöglicht, die Menschen vor gesundheitlichen Notlagen zu schützen. Die meisten Teilnehmer bestätigten, dass die IGV den Ländern bei der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Dienststellen und Institutionen geholfen haben, die für die Bewältigung gesundheitlicher Notlagen zuständig sind.