Ausbau der Kapazitäten für die Vorsorge für gesundheitliche Notlagen und deren Bewältigung in der Europäischen Region

WHO

The exercise management team coordinating a debriefing session in the Emergency Operations Centre at WHO/Europe.

In Einklang mit dem neuen Aktionsplan zur Verbesserung von Vorsorge- und Bewältigungsmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO unterstützt das WHO-Regionalbüro für Europa die Mitgliedstaaten beim Ausbau ihrer Kapazitäten für die Vorsorge für gesundheitliche Notlagen und deren Bewältigung durch eine Reihe von Initiativen zum Kapazitätsaufbau.

Ausbrüche und gesundheitliche Notlagen können jederzeit in jedem Land auftreten. Aus diesem Grund sind sämtliche Länder gefordert, verschiedene Arten von gesundheitlichen Gefahren vorrangig zu behandeln und sich auf diese einzustellen – seien es Infektionskrankheiten, Naturkatastrophen, Konflikte oder umweltbedingte Risiken. Ein entscheidender Aspekt dieser Vorbereitungen ist der Kapazitätsaufbau durch Schulungen und Simulationsübungen, die für den Ausbau der Kernkapazitäten gemäß der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) in der gesamten Region unabdingbar sind.

Kapazitätsaufbau zur Verhinderung, Entdeckung und Bewältigung von gesundheitlichen Notlagen

Im Oktober veranstaltete das Regionalbüro einen Workshop für die nationalen Ansprechpartner für die Internationalen Gesundheitsvorschriften, an dem Vertreter aus zehn Ländern teilnahmen. Dieser bot Gelegenheit zum Austausch von Erfahrungen und vorbildlichen Praktiken bezüglich verschiedener Aspekte nationaler Kapazitäten und Verfahren für Vorsorge- und Gegenmaßnahmen sowie diesbezügliche Kommunikations- und Koordinationsmechanismen. Im Rahmen dieses Workshops identifizierten die nationalen Ansprechpartner Simulationsübungen als einen der Schwerpunktbereiche für die Arbeit des Regionalbüros mit den Mitgliedstaaten.

„Es ist offenkundig, dass die Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005) mehr Bedeutung denn je haben und es ist erfreulich, dass die Länder ihren nationalen Kapazitäten zur Verhinderung, Entdeckung und Bewältigung sämtlicher Arten von Gesundheitsgefahren Vorrang geben und diese weiter ausbauen“, erklärte Dr. Dorit Nitzan, Koordinatorin für gesundheitliche Notversorgung beim WHO-Regionalbüro für Europa.

Im November nahmen 27 WHO-Mitgliedstaaten an der ersten jährlichen funktionellen Simulationsübung für die Gemeinsame Erkennung und Bewertung von Ereignissen (JADE) teil. Im Rahmen dieser Übung wurde die Kommunikation und Koordination zwischen den nationalen Ansprechpartnern für die IGV in den Ländern und der IGV-Kontaktstelle im Regionalbüro getestet. Auch wenn bei dieser Übung eigentlich die nationalen Ansprechpartner im Mittelpunkt standen, hatten viele Länder auch andere Mitarbeiter aus ihren jeweiligen Gesundheitsministerien entsandt. Die Fähigkeit, bereichs- und ressortübergreifend zusammenzuarbeiten, wird für eine rechtzeitige Meldung und Kommunikation, eine rasche Risiko- und Bedarfsabschätzung und die Einleitung fachlicher und operativer Unterstützung unerlässlich sein.

„Diese sowie andere Schulungen und Simulationsübungen haben sich als ein ideales Mittel zur Erprobung und Evaluation von Reaktionsplänen und -mechanismen für gesundheitliche Notlagen erwiesen noch bevor Menschenleben auf dem Spiel stehen. Sie ermöglichen es den Ländern, im Einklang mit den dringlichsten Bedürfnissen und den wichtigsten Lücken Prioritäten zu setzen und Investitionen zu tätigen“, fügte Dr. Nitzan hinzu.

Aktionsplan auf die Bedürfnisse der Europäischen Region zugeschnitten

Dieser bedarfsorientierte Ansatz für den Kapazitätsaufbau ist eine wichtige Komponente des neuen Aktionsplans zur Verbesserung von Vorsorge- und Bewältigungsmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO. Der Aktionsplan wurde im September 2018 von allen Mitgliedstaaten der Europäischen Region der WHO begrüßt und ruft sämtliche Länder zur Stärkung bzw. Aufrechterhaltung ihrer Kapazitäten für die Bewältigung gesundheitlicher Notlagen auf, etwa durch Schulungen und die Eröffnung von Möglichkeiten zur Erprobung und Prüfung neuer sowie bestehender Kapazitäten.

Trotz erheblicher Fortschritte in diesen Bereichen bleibt jedoch weiterhin viel zu tun. Ein dauerhaftes politisches sowie finanzielles Bekenntnis ist für die Bewältigung der gegenwärtig bestehenden Defizite und Herausforderungen von entscheidender Bedeutung. Gemeinsam mit Gebern und den umsetzenden Partnern bleibt die WHO auch weiterhin fest entschlossen, die Mitgliedstaaten zu unterstützen und das Angebot an Simulationsübungen und anderen Initiativen zum Aufbau von Kapazitäten für die Vorsorge für gesundheitliche Notlagen und deren Bewältigung im Einklang mit dem Aktionsplan sowie innerhalb des Rahmens und gemäß den Grundsätzen der IGV (2005) auszuweiten.