WHO dringt auf Investitionen, um die Masernübertragung in der Europäischen Region zu stoppen

WHO/Malin Bring

Heute wurde der erste strategische Plan der WHO für die Reaktion auf die Masern-Notlage eingeführt, mit dem das finanzielle Engagement zur Beendigung der Ausbreitung dieser hochansteckenden, schweren Krankheit in der Europäischen Region der WHO sichergestellt werden soll.

Zwischen August 2018 und Juli 2019 wurden über 120 000 Masernfälle gemeldet. Dies ist seit über einem Jahrzehnt der höchste in einem Zeitraum von 12 Monaten in der Region verzeichnete Wert. In diesem Zeitraum wurden in 48 der 53 Mitgliedstaaten in der Region Masernfälle gemeldet.

Da die Masern auch weiterhin in der Region zirkulieren, ist eine stärkere Reaktion der internationalen Gemeinschaft gefordert. Im Mai dieses Jahres wurden die Masernausbrüche in der Europäischen Region von der WHO als eine Notlage der Stufe 2 kategorisiert. Der neu eingeführte strategische Reaktionsplan umfasst ein Instrument zur Mobilisierung von Ressourcen, um maßgeschneiderte Interventionen in von Masern betroffenen und gefährdeten Ländern, in denen Investitionen den größtmöglichen Wirkungsgrad erzielen, zu beschleunigen.

Skizzierung von Maßnahmen zur Unterbrechung von Ausbrüchen, Rettung von Leben und Umkehrung von Rückfällen

Die gegenwärtigen Kapazitäten bei der WHO und in vielen Ländern der Europäischen Region reichen nicht aus, um die Masernausbrüche zu bewältigen und das Ziel der Eliminierung dieser Krankheit zu erreichen. Der strategische Reaktionsplan stellt für viele Länder in der Region einen Wendepunkt dar. Er soll helfen, die Masernübertragung einzudämmen und die Gesundheitssysteme zu stärken, damit Ausbrüche künftig verhindert werden können.

Der Plan deckt den Zeitraum von September 2019 bis Dezember 2020 ab und soll gegebenenfalls überprüft und aktualisiert werden. Zu den enthaltenen Maßnahmen zählen die Eindämmung der Ausbrüche, die Bereitstellung einer sicheren Gesundheitsversorgung für Patienten, die Erhöhung der Entschlossenheit auf hoher Ebene, die Stärkung der Impfakzeptanz und -nachfrage, die Ausweitung von Vorsorge und Risikominderung und die Überprüfung der Reaktion auf Ausbrüche.

Die Outputs dieses strategischen Reaktionsplans sollen die regionsweiten Maßnahmen zur Verwirklichung der Zielvorgaben für eine Maserneliminierung gemäß dem Europäischen Impfaktionsplan ergänzen und beschleunigen.

Gemeinsame, sofortige Maßnahmen erforderlich, um die Masernausbrüche in der Europäischen Region und weltweit zu bekämpfen

Die ausgeweiteten Notfallmaßnahmen der Europäischen Region im Kampf gegen die Masernzirkulation stellen eine Priorität dar und tragen zu den weltweiten Bemühungen um die Eliminierung dieser Krankheit bei. Der strategische Reaktionsplan macht sich das breite Fachwissen der WHO zunutze – etwa in den Bereichen Epidemiologie, Krankheitsüberwachung, Verhaltenswissenschaften, Krisenvorsorge und -kommunikation, Reaktion auf Notlagen, klinisches Management und Infektionsschutz – und kanalisiert es lokal, um strategische Wirkung zu entfalten.

Die zentralen Interventionen von WHO und Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) werden priorisiert und ihre Kosten ausgehend von der gegenwärtigen Situation kalkuliert. Eine Vielzahl weiterer Partnerorganisationen werden sich an der Umsetzung des strategischen Reaktionsplans beteiligen, darunter etwa das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), die Gavi-Allianz, die United States Centers for Disease Control and Prevention (CDC), bilaterale Entwicklungsorganisationen, Organisationen der Vereinten Nationen, akademische Institutionen, Kooperationszentren der WHO, Berufsverbände, nichtstaatliche Organisationen und die Zivilgesellschaft.