Nachrichten – WHO besucht neuestes Lager für syrische Flüchtlinge in der Türkei

WHO

Die türkische Regierung hat vor kurzem ein neues Flüchtlingslager in der Stadt Suruç nahe der syrischen Grenze eröffnet, in dem Platz für 35 000 Menschen ist. In dem Lager sind bereits 5000 syrische Flüchtlinge untergebracht, die im vergangenen Jahr aus der Gegend um Kobane in Syrien geflohen waren.

Insgesamt leben in den 25 Flüchtlingslagern in der Türkei nun etwa 229 000 Menschen. Nach jüngsten Schätzungen des Amts des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen befinden sich inzwischen mehr als 1,6 Mio. Flüchtlinge in dem Land.

WHO überprüft gesundheitliche Erfordernisse in dem Lager

Eine von der WHO-Präsenz in Gaziantep entsandte Delegation hat zusammen mit Vertretern der örtlichen Behörden, darunter dem Chefarzt des staatlichen Bezirkskrankenhauses und seinem Koordinator für das Lager in Suruç, das neu errichtete Lager besucht, um den Gesundheitszustand der Bewohner zu bestimmen.

Die örtlichen Behörden bieten in zwei Containern innerhalb des Lagers eine hochwertige Gesundheitsversorgung an, doch angesichts des wachsenden Zustroms in das Lager ist eine Ausweitung der Gesundheitseinrichtungen vorgesehen. Dafür werden zusätzliche Krankenhausausstattung, Möbel, technische Geräte, chirurgische Ausrüstungen und Arzneimittel, aber auch Informationen benötigt.

Darüber hinaus sollen die Gesundheitseinrichtungen in dem Lager von der WHO aus einem Projekt des Zentralen Fonds der Vereinten Nationen für die Reaktion auf Notsituationen mit zwei Krankenwagen ausgestattet werden.

Präsenz der WHO in der südlichen Türkei

Als Reaktion auf die Krise in Syrien richtete die WHO im Oktober 2013 in Gaziantep eine Feldpräsenz ein. Angesichts der regionalen Dimension der Krise und ihrer anhaltenden Wirkung wurde diese Präsenz in der Folgezeit unter Verstärkung der Kapazitäten und Aktivitäten ausgeweitet.

Die WHO-Präsenz in Gaziantep koordiniert in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium und der Katastrophenschutzbehörde der Türkei die Arbeit der Partnerorganisationen im Gesundheitsbereich zur Ausweitung eines kontinuierlichen und chancengleichen Zugangs zu lebensrettenden Gesundheitsmaßnahmen für die syrische Bevölkerung in der Türkei sowie in Nordsyrien.

Weitere Maßnahmen der WHO in der südlichen Türkei sind der Aufbau von Kapazitäten unter den syrischen Gesundheitsfachkräften, die technische und finanzielle Unterstützung für Ausbruchsbekämpfung und Impfkampagnen, die Bereitstellung von medizinischen Geräten und Arzneimitteln, eine Bewertung der medizinischen Erfordernisse und die Entwicklung und Verbreitung von Informationsmaterial für die Flüchtlinge.