WHO liefert Notfall-Kits für die Gesundheitsversorgung in der türkischen Stadt Suruc

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Ein Mitarbeiter der WHO stapelt Notfall-Kits in einer Gesundheitseinrichtung im Flüchtlingslager in der türkischen Stadt Suruc.

Angesichts der plötzlichen Flüchtlingsströme sowie von Notfällen wie dem Bombenanschlag vor zwei Tagen, bei dem mehr als 30 Menschen ums Leben kamen und etwa 100 verletzt wurden, hat die WHO 30 Gesundheits-Kits zur Notfallversorgung und für Notoperationen an die Gesundheitseinrichtungen in Suruc geliefert.

Die Kits sind für die Notaufnahme und für Notoperationen bestimmt und werden vom Zentralen Fonds der Vereinten Nationen für die Reaktion auf Notsituationen (CERF) bereitgestellt. Durch diese Lieferung wird die Handlungsfähigkeit des Gesundheitsministeriums im Falle eines weiteren Zustroms von Flüchtlingen oder von Vorfällen wie dem Anschlag von Suruc gestärkt. Nach der Explosion wurden etwa 100 Verletzte in Krankenhäusern des Bezirks Sanliurfa und der benachbarten Provinzen aufgenommen. 

„Eine bessere Bereitschaftsplanung hat höchste Priorität für eine schnelle und wirksame Reaktion auf Notfälle wie plötzliche Flüchtlingsströme und Notlagen, wie wir sie in den letzten Monaten erlebt haben", sagte Dr. Pavel Ursu, Repräsentant der WHO in der Türkei. „Ein Höchstmaß an Unterstützung für das türkische Gesundheitsministerium gegen Notlagen gehört zu den zentralen Prioritäten der Arbeit unseres Länderbüros. Die WHO bemüht sich in Abstimmung mit dem Ministerium und anderen Partnern um die Sicherung eines chancengleichen Zugangs zu lebensrettenden Gesundheitsleistungen für syrische Flüchtlinge und andere von der Krise betroffene Menschen."

Die erste Tranche der WHO-Spende (86 Notfall-Kits) traf bereits 2014 in der Türkei ein. Zusammen mit der in dieser Woche gelieferten zweiten Tranche kann mit den Kits die primäre Gesundheitsversorgung von insgesamt 170 000 Menschen drei Monate lang bestritten werden; zusätzlich sind die Notfallbehandlung von 1300 Verletzten sowie 4000 Operationen möglich. 

In den letzten fünf Jahren hat die Türkei infolge des andauernden Konflikts in der benachbarten Arabischen Republik Syrien über 1,77 Mio. Flüchtlinge aufgenommen – mehr als jedes andere Land in der Welt.

Die WHO richtete im Oktober 2013 eine Präsenz vor Ort in der Provinz Gaziantep ein, um ihre Kapazitäten und Aktionen im Hinblick auf die Bewältigung der Flüchtlingsströme auszuweiten. In Zusammenarbeit mit dem türkischen Gesundheitsministerium bewertet die WHO den Bedarf der syrischen Flüchtlinge an unentbehrlichen Gesundheitsleistungen und unterstützt die Regierung durch praktische und fachliche Hilfe.