WHO und Partner liefern Arzneimittel und Hilfsgüter für 900 000 Patienten im Norden Syriens

SRD

Nothilfe und Wiederaufbau in Syrien Eine Ärztin versorgt einen Säugling in einer von der WHO unterstützten Krankenstation

Ein neu eingerichtetes Verteilungszentrum für medizinische Hilfsgüter beliefert derzeit 175 Gesundheitseinrichtungen im Norden Syriens, die rund 900 000 Menschen versorgen. Die Versorgung mit medizinischen Hilfsgütern ist durch den andauernden Konflikt so stark beeinträchtigt, dass die betroffene Bevölkerung nach Einschätzung der WHO keinen Zugang zu zum Teil lebenswichtigen Arzneimitteln hat. Allen Widrigkeiten zum Trotz verstärkt die WHO-Präsenz in Gaziantep (Türkei) zusammen mit 19 Partnern im Gesundheitsbereich ihre Bemühungen, dem wachsenden Bedarf an Arzneimitteln und Hilfsgütern nachzukommen.

Bedarfsgerechte Leistungen

Die WHO hat den Gesundheitsbedarf der Bevölkerung im Norden Syriens bestimmt, mit dem Ziel eine nachhaltige Versorgung mit lebenswichtigen Arzneimitteln zu erreichen. In enger Zusammenarbeit mit ihren Partnern hat sie eine Liste der medizinischen und chirurgischen Güter erstellt, die in Gesundheitseinrichtungen, Krankenhäusern und Traumazentren dringend benötigt werden.

„Die Liste der für die primäre Gesundheitsversorgung erforderlichen Dienste basiert auf einer Musterliste unentbehrlicher Arzneimittel der WHO sowie dem Paket grundlegender Gesundheitsleistungen“, erklärt Dr. Alaa Abou Zeid, Nothilfekoordinator für Gesundheit in der WHO-Präsenz vor Ort in Gaziantep. „Wir haben dies mit Fachleuten für Pädiatrie, psychische Gesundheit, nichtübertragbare Krankheiten und Ernährung erörtert, damit wir konkret den jeweiligen Bedürfnissen gerecht werden können.“

Anpassung an veränderliche Prioritäten

“Die Versorgungslinie mit unentbehrlichen medizinischen Gütern kann angesichts der instabilen Lage in den betroffenen Gebieten flexibel an sich ändernde Bedürfnisse angepasst werden. Fachleute der WHO verfolgen die Lage aufmerksam und können so neuen Entwicklungen in ihrer Notfallplanung vorgreifen. Dadurch können sie Prioritäten benennen und Notfallgüter für Partner im Bereich von Aleppo bereitstellen.  

„Die bedarfsgerechte medizinische Versorgung unserer Patienten ist lebensentscheidend. Angesichts der schweren Beeinträchtigung der gesundheitlichen Versorgung ist die neue Versorgungslinie ein herausragendes Instrument zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsdienste und zur Lebensrettung,“ erläutert Dr. Tarek Mousa, Medizinischer Koordinator für Nothilfe und Wiederaufbau in Syrien und Partner der WHO in der Versorgungslinie. „Wir müssen den Nachschub aufrecht erhalten, wenn wir den Menschen in Not helfen wollen.“