Mikrozephalie und das Zika-Virus

Die Zika-Viruskrankheit wird durch ein von Stechmücken der Gattung Aedes übertragenes Virus verursacht. Bei den Infizierten kommt es in der Regel zu leichtem Fieber, Hautausschlag (Exanthema) und einer Bindehautentzündung. Diese Symptome dauern normalerweise zwei bis sieben Tage an. Bisher gibt es noch keine Behandlung und keinen Impfstoff. Der beste Schutz gegen die Krankheit besteht darin, Mückenstiche zu vermeiden. 

Herkunft

Das Zika-Virus wurde erstmals 1947 aus einem Affen im Zika-Wald in Uganda isoliert .  2007 kam es aufgrund einer geografischen Ausbreitung des Virus zum ersten dokumentierten Ausbruch in den  Föderierten Staaten von Mikronesien, einer Inselgruppe im Pazifik. In den Jahren 2013 und 2014 wurden größere Ausbrüche der Zika-Viruskrankheit in vier weiteren Inselstaaten im Pazifik dokumentiert.  

Ausbruch auf dem amerikanischen Kontinent

2015 wurde das Virus erstmals auf dem amerikanischen Kontinent entdeckt, wo es sich inzwischen rasch ausbreitet. Die Ankunft des Virus in einer Reihe von Ländern auf dem amerikanischen Kontinent, insbesondere Brasilien, wurde im November 2015 mit einem steilen Anstieg der Zahl der Fälle von Neugeborenen mit abnormal kleinem Kopf und einer Zunahme der Zahl der Fälle von Guillain-Barré-Syndrom in Verbindung gebracht, einer noch unzureichend erforschten Erkrankung, bei der das Immunsystem das Nervensystem angreift, was manchmal zu Lähmungen führt. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Zika-Virus-Infektion und Geburtsschäden sowie neurologischen Erkrankungen wurde bislang nicht nachgewiesen, wird jedoch stark vermutet.

Eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite

Aufgrund dieser Entwicklung hat die Generaldirektorin der WHO am 1. Februar 2016 die in jüngster Zeit in Ländern Lateinamerikas und der Karibik gehäuft aufgetretenen Mikrozephalien und neurologischen Erkrankungen zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite gemäß den Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005) erklärt.

Das Risiko für die Europäische Region

Jedes Land der Europäischen Region, in dem Mücken der Gattung Aedes vorkommen, ist in Bezug auf eine Ausbreitung des Zika-Virus gefährdet. Auch wenn inzwischen eine Anzahl von mit dem Virus infizierten Personen in die Länder der Europäischen Region eingereist sind, so ist die Krankheit doch bisher nicht weiter übertragen worden, da die Stechmücken noch nicht aktiv sind. Zu Beginn der Frühjahrs- bzw. Sommersaison erhöht sich allerdings die Gefahr einer Ausbreitung des Zika-Virus.

Desinsektion von Flugzeugen zur Bekämpfung von Stechmücken

Im Hinblick auf die Bekämpfung des Vektors, der das Zika-Virus überträgt (Stechmücken der Gattung Aedes), können als Vorsorgemaßnahme die Standardempfehlungen der WHO zur Desinsektion von Flugzeugen und Flughäfen durchgeführt werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass eine Entscheidung zur Umsetzung der Empfehlungen der WHO für die Desinsektion erst nach einer landesspezifischen Risikoabschätzung zwecks Feststellung der Notwendigkeit einer solchen Maßnahme getroffen werden sollte. Wenn sich Länder und andere Gebietskörperschaften nach einer Risikoabschätzung dazu entschließen, Desinsektionsmaßnahmen in Flugzeugen und an Flughäfen durchzuführen, sollte dies auf der Grundlage der Standardempfehlungen der WHO geschehen. Die WHO hat Leitlinien dafür erstellt, wie solche Maßnahmen sicher durchgeführt werden können.