Eine Stunde für die Erde: Energie sparen

Am Samstag, dem 26. März 2011, wird in der Zeit von 20.30 bis 21.30 Uhr weltweit die „Erdstunde“ begangen und werden Lichter ausgeschaltet als Zeichen gegen den Klimawandel. Eine Verringerung des Gesamtenergieverbrauchs und die Förderung erneuerbarer Energiequellen kämen der Gesundheit zweifach zugute. Die WHO unterstützt die Nutzung erneuerbarer Energien, nicht nur um Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit zu verringern, sondern auch um übertragbare und nichtübertragbare Krankheiten zu bekämpfen.

Eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien würde die Krankheitslast in unserer Region verringern in Bezug auf:

  • die Verschmutzung der Außenluft (durch welche die Lebenserwartung eines jeden Menschen in der Europäischen Union um fast neun Monate verkürzt ist);
  • Verkehrsunfälle (Ursache von jährlich 120 000 Todesfällen und 2,4 Mio. Unfallverletzungen in der Europäischen Region);
  • Lärm (Mitverursacher von Herzinfarkten, Lernbehinderungen und Tinnitus);
  • adipositasinduzierte Folgeerkrankungen durch Bewegungsmangel (ursächlich für ca. 900 000 Todesfälle im Jahr).

Das Regionalbüro bewertet derzeit den Nutzen von Gesundheitsmaßnahmen, welche den Klimawandel durch bessere und sicherere Ausnutzung von Energie in unterschiedlichen Szenarien positiv beeinflussen, um die Mitgliedstaaten hinsichtlich der Methoden beraten zu können, die jetzigen und künftigen Generationen ein Höchstmaß an Gesundheit ermöglichen.

Der Gesundheitssektor kann selbst direkt beitragen

Der Gesundheitssektor kann als einer der energiehungrigsten Sektoren beim Abbau von Treibhausgasemissionen durch einen rationelleren Energieverbrauch vorangehen. Substanzieller gesundheitlicher und wirtschaftlicher Nutzen lässt sich durch Energieeffizienz in Kliniken und Krankenhäusern, die Entwicklung medizinischer Geräte mit geringem oder ganz ohne Energieverbrauch, Wassereinsparung und Wasserspeicherung vor Ort, Telemedizin, ein rationelleres Beschaffungswesen und die Verwendung örtlicher erzeugter Lebensmittel erzielen.  Im Vereinigten Königreich werden etwa durch die Wiederverwertung von Abfall und energieeffiziente Lösungen im National Health Service jährlich fast 180 Mio. £ eingespart.

Diese Maßnahmen helfen dem Gesundheitssektor auch, sich an bereits spürbare Folgen des Klimawandels anzupassen. Z. B. sorgen energieeffiziente Krankenhäuser im Sommer wie im Winter für eine angenehme Raumtemperatur und für eine bessere Durchlüftung und eine optimale Luftzirkulation, durch welche die Infektionsbekämpfung unterstützt, Hitzewellen neutralisiert und Klimaanlagen zurückgedrängt werden können.

Die WHO fördert Gesundheit in jedem Politikbereich

Die Verwendung reinerer Brennstoffe und das Umsteigen auf eine aktive Fortbewegung würde den Kohlendioxidausstoß absenken, körperliche Betätigung fördern, Verkehrsopferzahlen verringern und der Luftverschmutzung und dem Lärm entgegenwirken. Aktive Fortbewegungsmittel für den Weg zur Arbeit, zur Schule und in der Freizeit sind auch gut gegen adipositasinduzierte Folgeerkrankungen aufgrund von Bewegungsmangel. Eine umweltgerechtere Stadtentwicklung bei Planung, Platzierung und Bau von Wohngebieten könnte auch einen besseren Schutz vor Hitzewellen, Überschwemmungen und Schlammlawinen, die durch Klimawandel auftreten können, bewirken und den Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Geh- und Radwegen erleichtern.