Überschwemmungen in Europa – Was die Menschen zu ihrem Schutz tun können

ORFK/H. Szabó Sándor

Hochwasser in jüngster Zeit in Ungarn. Foto: H. Szabó Sándor, ORFK

Die Überschwemmungen in Mittel- und Westeuropa seit Anfang Juni sind die schlimmsten seit über einem Jahrzehnt. Bisher haben mehr als 20 Menschen ihr Leben verloren, Tausende mussten evakuiert werden, und die Schäden an Immobilien und Existenzgrundlagen sind beträchtlich. Am stärksten betroffen sind die Überschwemmungsgebiete entlang der Flüsse Donau, Elbe, Saale und Vltava in Deutschland, Österreich, der Slowakei, der Tschechischen Republik und Ungarn. Es gelten weiterhin Hochwasserwarnungen für die Unterläufe von Elbe und Donau, da beide Flüsse durch dicht bevölkerte und stark industrialisierte Gebiete fließen.

Das WHO-Regionalbüro für Europa hat Ratschläge für die Betroffenen für die Zeit während und nach einem Hochwasser sowie Präventionsmaßnahmen zur Begrenzung künftiger gesundheitlicher Folgen veröffentlicht. Nach dem Rückgang des Hochwassers sollten vorrangig Aufräumarbeiten sowie die Wiederherstellung von Straßen, Diensten und Häusern in Angriff genommen werden. Zu den wichtigsten gesundheitlichen Risiken in einem kurz zuvor überschwemmten Gebiet zählen Gefahren durch elektrischen Strom, Vergiftungen, Verletzungen, entlaufene Tiere (z. B. Nagetiere, Schlangen), Schimmel in Gebäuden und krankheitsübertragende Vektoren (z. B. Moskitos).

Aufgrund zunehmend häufiger und schwerer Niederschlagsereignisse wird mit einer Zunahme von Häufigkeit und Intensität von Überschwemmungen gerechnet. Die Regierungen und die Kommunalbehörden sollten Maßnahmen ergreifen, um sich auf die Folgen für Gesundheit und Gesundheitsversorgung einzustellen und darauf reagieren zu können. Das WHO-Regionalbüro für Europa bietet fachliche Orientierungshilfe und Unterstützung in Bezug auf Bereitschaftspläne sowie Sofort- und Wiederaufbaumaßnahmen.

Gesundheitliche Auswirkungen von Hochwassern

Während eines Hochwassers und unmittelbar danach sind eine Zunahme der Anzahl von Verletzungen, Infektionen und Vergiftungen sowie eine Häufig bzw. Verschärfung psychischer

Gesundheitsprobleme zu verzeichnen. Längerfristige gesundheitliche Folgen entstehen durch den Verlust des Zuhauses, das Fehlen einer sicheren Wasserversorgung, Verletzungen, die Beeinträchtigung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung sowie Verzögerungen beim Wiederaufbau.