WHO stellt neues Instrument zur Abschätzung der gesundheitlichen Kosten des Klimawandels vor

Earth Negotiation Bulletin

Tool to estimate health costs of climate change launched at UNFCCC meeting in Bonn on 6 June 2013

Das WHO-Regionalbüro für Europa hat ein Instrument entwickelt, das den Mitgliedstaaten dabei behilflich sein soll, die Kosten von durch den Klimawandel bedingten gesundheitlichen Schäden sowie die in verschiedenen Politikbereichen erforderlichen Kosten zum Schutz der Gesundheit abzuschätzen. Das Instrument wurde von der WHO am 6. Juni 2013 auf einer Nebenveranstaltung im Rahmen der Klimakonferenz in Bonn präsentiert. Die WHO moderierte auch eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema.

Mit dem Instrument können Mitgliedstaaten, Bürger und Interessengruppen die ökonomischen Kosten der gesundheitlichen Folgen des Klimawandels sowie Kosten und Nutzen von Anpassungsmaßnahmen zu deren Minimierung grob abschätzen. Insbesondere kann das Instrument dabei behilflich sein, dort, wo die Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel gerade beginnen, bessere Argumente für Konzepte zur gesundheitlichen Anpassung aufzuzeigen.

Ökonomische Kosten von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel

Nach Einschätzung des Sekretariats des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) werden bis zum Jahr 2030 jährlich 73 Mrd. US-$ für Anpassungsmaßnahmen benötigt, darunter 5 Mrd. US-$ an Direktausgaben im Gesundheitswesen und über 25 Mrd. US-$ in für die öffentliche Gesundheit relevanten Politikbereichen wie der Wasserver- und Abwasserentsorgung. Leider gibt es bisher nur wenige aussagekräftige Beispiele für die Schätzung von Kosten für die Anpassung des Gesundheitswesens im Rahmen nationaler Anpassungspläne.

Die Klimakonferenz (die 38. Tagung der beiden Nebenorgane des UNFCCC und ein Teil der zweiten Tagung der Ad-hoc-Arbeitsgruppe zur Plattform von Durban für verstärktes Handeln) findet vom 3. bis 14. Juni 2013 statt.