Empfehlungen der Gesundheitsbehörden für das Verhalten bei Hitzewellen

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Zu Beginn der heißen Jahreszeit in der Europäischen Region müssen sich die Öffentlichkeit, die Gesundheitsberufe und die Gesundheitsbehörden auf mögliche Hitzeperioden einstellen. Jedes Jahr wirkt sich Hitze schädlich auf die Gesundheit vieler Menschen aus; dies gilt insbesondere für ältere Mitbürger. Sie kann Erschöpfung, Herzinfarkte oder Verwirrung auslösen und bereits bestehende Leiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Atemwegserkrankungen verschlimmern.  

Aufgrund des Klimawandels ist mit einer Zunahme von Hitzeperioden zu rechnen, doch ihre Auswirkungen auf die Gesundheit lassen sich weitgehend verhindern.

Die online verfügbaren Warnhinweise und sonstigen Informationsmaterialien der WHO dienen der Vorsorge und den Gegenmaßnahmen bei Hitzewellen.

Empfehlungen an die Allgemeinheit während einer Hitzewelle

  • Befolgen Sie die Empfehlungen Ihrer örtlichen Gesundheitsbehörde.
  • Halten Sie Ihre Wohnung kühl und überprüfen Sie regelmäßig die Temperatur. Idealerweise sollte sie bei Tag unter 32 °C und bei Nacht unter 24 °C gehalten werden. Durch das Verhängen von sonnenbestrahlten Fenstern, das Öffnen von Fenstern bei Nacht und am frühen Morgen sowie das Aufhängen nasser Handtücher zur Abkühlung der Zimmertemperatur können die Innentemperaturen gesenkt werden.
  • Halten Sie sich von Hitze fern. Halten Sie sich in dem kühlsten Raum Ihres Hauses auf, vor allem nachts. Vermeiden Sie es, während der heißesten Tageszeit nach draußen zu gehen. Vermeiden Sie möglichst körperliche Anstrengung. Bleiben Sie im Schatten. Lassen Sie Kinder oder Tiere nicht in geparkten Fahrzeugen.
  • Halten Sie den Körper kühl und sorgen Sie für ausreichend Flüssigkeitszufuhr. Duschen oder baden Sie kalt. Tragen Sie leichte, locker sitzende Kleidung aus Naturmaterialien. Tragen Sie einen breitkrempigen Hut oder eine entsprechende Mütze und eine Sonnenbrille. Verwenden Sie leichte Bettwäsche und keine Kissen, um einen Hitzestau zu vermeiden. Trinken Sie regelmäßig, aber vermeiden Sie Alkohol und zu viel Koffein und Zucker. Nehmen Sie kleine Mahlzeiten zu sich und essen Sie häufiger. Vermeiden Sie Lebensmittel mit hohem Proteingehalt.
  • Helfen Sie anderen, und achten Sie auf Familienangehörige, Freunde und Nachbarn, die einen Großteil ihrer Zeit zu Hause verbringen. Ältere Menschen oder kranke Personen, die allein leben, sollten mindestens einmal täglich besucht werden. Wenn eine Person Medikamente nimmt, fragen Sie den behandelnden Arzt, ob diese die Wärmeregulierung und den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen können.
  • Bewahren Sie Medikamente unter einer Temperatur von 25 °C oder im Kühlschrank auf (lesen Sie die Hinweise zur Lagerung auf der Verpackung).
  • Wenn Sie an einer chronischen Erkrankung leiden oder mehrere Medikamente nehmen müssen, suchen Sie ärztlichen Rat.
  • Wenn Sie oder andere sich unwohl (Schwindel, Schwäche, Angst, starker Durst, Kopfschmerz) fühlen, suchen Sie Hilfe. Begeben Sie sich so schnell wie möglich an einen kühlen Ort und messen Sie Ihre Körpertemperatur. Trinken Sie Wasser oder Fruchtsaft, um wieder Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Ruhen Sie sich sofort an einem kühlen Ort aus, wenn Sie schmerzhafte Muskelkrämpfe haben. Trinken Sie orale Rehydrierungslösungen mit Elektrolyten, und suchen Sie Hilfe, wenn die Hitzekrämpfe länger als eine Stunde anhalten. Bei ungewöhnlichen Symptomen oder bei Anhalten der Symptome wenden Sie sich an Ihren Arzt. 
  • Wenn jemand eine heiße, trockene Haut, Deliriumssymptome und Krämpfe bekommt oder das Bewusstsein verliert, rufen Sie unverzüglich einen Arzt oder Krankenwagen. 

 Dieses Informationsmaterial ist Teil eines breiteren Katalogs von Präventionsmaßnahmen, die von rechtzeitigen behördlichen und ärztlichen Empfehlungen zur Bereitschaftsplanung für die Gesundheitssysteme reicht und in Verbindung mit meteorologischen Frühwarnsystemen und Verbesserungen an Wohnungen und Städteplanung zum Einsatz kommen. Diese Maßnahmen können in einen Gesundheitsaktionsplan für Hitzeperioden einbezogen werden, wie ihn viele europäische Länder bereits ausgearbeitet haben und der ihnen eine Vorausplanung im Hinblick auf etwaige Hitzeereignisse und zügige Gegenmaßnahmen ermöglicht.