Gesundheit im Mittelpunkt der Klimakonferenz der Vereinten Nationen

Speech by Hon. Frank Bainimarama, COP23 President and Prime Minister of Fiji

WHO/James Creswick

WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus bei seinem Zusammentreffen mit dem Schauspieler Arnold Schwarzenegger, dem früheren Gouverneur von Kalifornien, während der Hochrangigen Veranstaltung der Präsidentschaft zum Thema Gesundheit.

Die 23. Konferenz der Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (VSK23) fand vom 6. bis 17. November 2017 in Bonn statt. Das am 12. Dezember 2015 angenommene Pariser Klimaschutzabkommen war der Beginn einer neuen Ära in der globalen Antwort auf den Klimawandel. Das in dem Abkommen verbriefte Recht auf Gesundheit hat einen zentralen Stellenwert für viele der Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels, die die Länder in den kommenden Jahren ergreifen werden.
Durch das in Bonn angesiedelte Europäische Zentrum für Umwelt und Gesundheit (ECEH) spielt das WHO-Regionalbüro für Europa eine führende Rolle bei der Gewinnung von Evidenz und der Gestaltung von Konzepten für vorhandene und neu entstehende umweltbezogene Gesundheitsrisiken.

Ende der 1980er Jahre initiierten die Länder der Europäischen Region zum ersten Mal einen Prozess zur Beseitigung der schwerwiegendsten Umweltgefahren für die menschliche Gesundheit. Die Verwirklichung dieses Ziels wird durch eine Reihe von Ministerkonferenzen vorangetrieben, die das Regionalbüro für Europa in fünfjährigen Abständen veranstaltet und koordiniert; die bisher letzte fand im Juni 2017 in Ostrava (Tschechien) statt.

Die Rolle der WHO während der VSK23 bestand darin, Gesundheit als Argument für ehrgeizige Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels zu propagieren, die Fähigkeit der Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens in Bezug auf gesundheitsbezogene Anpassungsmaßnahmen zu stärken und für gesundheitsförderliche Klimaschutzmaßnahmen einzutreten, die eine Reduzierung oder Verhinderung der Treibhausgasemissionen bewirken und eine Chance zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung beinhalten.

Während der beiden Wochen der VSK23 fungierte das ECEH als Dreh- und Angelpunkt der 25-köpfigen WHO-Delegation. Es gehörte auch zu den Organisatoren des Weltgipfels über Klimawandel und Gesundheit sowie einer Nebenveranstaltung über gesundheitliche Anpassung an den Klimawandel.

Weltgipfel über Klimawandel und Gesundheit

Der Weltgipfel über Klimawandel und Gesundheit, der parallel zur VSK23 am 11. November 2017 stattfand, wurde vom WHO-Regionalbüro für Europa zusammen mit der Global Climate and Health Alliance und der Health and Environment Alliance ausgerichtet.

In ihrer Begrüßungsansprache betonte die neu ernannte Beigeordnete Generaldirektorin der WHO für Klimawandel und andere Gesundheitsdeterminanten, Dr. Joy St John, die Bewältigung der Herausforderungen aufgrund des Klimawandels sei eine grundlegende Voraussetzung für die künftige Gesundheit und das Wohlbefinden aller Völker und stehe damit im Mittelpunkt des Strebens nach einer nachhaltigen Entwicklung.
Auf dem Gipfel fanden unter der Präsenz hochrangiger Politiker eine Reihe von Vorträgen im Plenum statt, um Handlungsbereitschaft herzustellen und zu beeinflussen. Dr. Piroska Östlin, Leiterin der Abteilung Politikgestaltung und -steuerung für Gesundheit und Wohlbefinden beim Regionalbüro für Europa, unterstrich die Bedeutung von Netzwerken für die Intensivierung der Maßnahmen und die Notwendigkeit einer weitreichenden Anpassung. Sie fügte jedoch hinzu: „Die langfristige nachhaltige Widerstandsfähigkeit unserer Gesellschaft kann nur durch gesundheitsförderliche Klimaschutzmaßnahmen gesichert werden.“

Die wichtigste Botschaft des Gipfels bestehe darin, innerhalb der Gesundheitspolitik zu lernen und Kontakte zu knüpfen, um zum Schutz der Gesundheit der Weltbevölkerung ressortübergreifende Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels voranzubringen.

Hochrangige Veranstaltung der Präsidentschaft zum Thema Gesundheit

Die Hochrangige Veranstaltung der Präsidentschaft mit dem Titel „Gesundheitliche Maßnahmen zur Umsetzung des Pariser Abkommens“ fand am 12. November 2017 statt. Es war die erste von insgesamt fünf derartigen hochrangigen Veranstaltungen zu verschiedenen Themen im Rahmen der VSK23. Die WHO organisierte diese Sitzung in enger Zusammenarbeit mit der Präsidentschaft Fidschis und dem Klimaübereinkommen. Den Vorsitz führte Frank Bainimarama, Präsident der VSK23 und Premierminister von Fidschi.

In seiner Grundsatzrede brachte der Gründungsvorsitzende der Organisation „Regionen für den Klimaschutz“ (R20), der Schauspieler und frühere Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, seine enthusiastische Unterstützung für die Arbeit der WHO im Bereich Klimawandel und Gesundheit zum Ausdruck. Schwarzenegger lobte speziell die Arbeit der WHO zur Reinhaltung der Luft: „Ich bin stolz, dass die Weltgesundheitsorganisation eine Führungsrolle übernommen hat, indem sie vor den katastrophalen gesundheitlichen Folgen der Umweltbelastungen warnt.“

Die Folgen des Klimawandels für die Gesundheit in den Kleinen Inselentwicklungsländern

Auf der Hochrangigen Veranstaltung der Präsidentschaft präsentierte die WHO in Zusammenarbeit mit dem Klimaübereinkommen und in Partnerschaft mit der Präsidentschaft Fidschis eine Sonderinitiative zur Bekämpfung der gesundheitlichen Folgen des Klimawandels in den Kleinen Inselentwicklungsländern. „Die Maxime, niemanden zurückzulassen, bringt es mit sich, dass wir alle für jene Verantwortung tragen, deren Stimmen weniger laut zu hören sind und deren Interessen am leichtesten übersehen werden“, erklärte der Generaldirektor der WHO, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Gemeinsame Verpflichtung von WHO und UNFCCC zur Bewältigung der gesundheitlichen Herausforderungen des Klimawandels

Nach einem bilateralen Gespräch mit Schwarzenegger unterzeichnete Dr. Tedros zusammen mit Patricia Espinosa, der Exekutivsekretärin des Klimasekretariats der Vereinten Nationen, eine Vereinbarung zur Erneuerung der gemeinsamen Zusage der beiden Institutionen, die gesundheitlichen Herausforderungen infolge steigender Temperaturen zu bewältigen und den Ländern bei der Verbesserung ihrer Effizienz in der Bekämpfung des Klimawandels behilflich zu sein.

Während des gesamten Verlaufs der VSK23 waren die WHO und ihre Partnerorganisationen an einer Vielzahl gesundheitsbezogener Nebenveranstaltungen beteiligt, die dem Ziel dienten, Gesundheit als ein schlagkräftiges Argument für ehrgeizigere Maßnahmen gegen den Klimawandel ins Feld zu führen.