Luftverschmutzung ist die führende umweltbedingte Ursache von Krebstod

Die WHO-Sonderorganisation für Krebs, das Internationale Krebsforschungszentrum (IARC), gab heute bekannt, dass die Verschmutzung der Außenluft und eine ihrer wichtigsten Faktoren, der Feinstaub (PM), als kanzerogen für den Menschen einzustufen sind. Nach sorgfältiger Prüfung der neuesten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse gelangten international führende, vom IARC eingeladene Sachverständige zu dem Schluss, dass die Verursachung von Lungenkrebs durch Außenluftverschmutzung und PM hinreichend belegt ist. Auch konnte eine Verknüpfung zwischen dieser Art von Umweltverschmutzung und einem erhöhten  Blasenkrebsrisiko bestätigt werden.

Neue Erkenntnisse belegen die Notwendigkeit revidierter Luftschutzgesetze

Die vom IARC heute vorgelegten Daten zeigen die dringende Notwendigkeit, auf lokaler, regionaler und globaler Ebene Maßnahmen zu ergreifen, welche Gesundheitsgefahren aufgrund der Verschmutzung der Außenluft verringern.
Auf seiner jüngsten Tagung hatte der Europäische Ministerausschuss für Umwelt und Gesundheit die Länder dazu aufgerufen:

  • Konzepte zu entwickeln und Maßnahmen umzusetzen, durch welche sich die Luftgüte den Leitlinien der WHO annähert,
  • die Gesetzgebung der Europäischen Union (EU) in Bezug auf die Luftqualität vollständig umzusetzen und die Luftverschmutzung stärker zu begrenzen, 
  • das von der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) initiierte Übereinkommen über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung zu ratifizieren und vollständig umzusetzen.

Der Ausschuss tritt regelmäßig zusammen und lässt Minister für Umwelt und Gesundheit vereint für wichtige Themen in der Europäischen Region auftreten.
Vom Regionalbüro früher im Jahr im Rahmen des internationalen Projekts zur Überprüfung des Erkenntnisstandes zu den Gesundheitsaspekten der Luftverschmutzung (REVIHAP) veröffentlichte Daten hatten bestätigt, dass die Verschmutzung der Außenluft ein wichtiges Risiko für die Gesundheit darstellt, und den kausalen Zusammenhang zwischen Feinstaub (PM2.5) und Erkrankungen an Herz, Kreislauf und Atemorganen untermauert. Sie zeigten zudem, dass ein lang anhaltende Belastung durch PM2.5 eine Reihe von Problemen auslösen kann, hierunter Arterienverkalkung, Geburtskomplikationen und Atemwegserkrankungen bei Kindern, wobei auch Beeinträchtigungen der neurologischen Entwicklung und kognitiven Fähigkeit sowie Diabetes möglich schienen.

Die aktuelle Klassifizierung durch das IARC belegt unmissverständlich, dass Luftverschmutzung zu Krebs führt, und liefert weitere Argumente für ein entschlossenes Vorgehen für bessere Luft, damit Europa weniger unter dieser Krankheitslast leiden muss.