Mehr als eine halbe Million vorzeitiger Todesfälle in der Europäischen Region pro Jahr auf Luftverschmutzung in Haushalt und Umwelt zurückzuführen

Die WHO hat ihre Datenbank über Luftqualität sowie ihre Schätzungen zur Krankheitslast aufgrund von Luftverschmutzung aktualisiert. Im Jahr 2016 waren in der Europäischen Region der WHO 556 000 vorzeitige Todesfälle auf die Auswirkungen von Luftverschmutzung in Haushalt und Umwelt zurückzuführen – so die berichtigte Zahl aus der aktualisierten Datenbank der WHO zur Qualität der Umgebungsluft, die heute veröffentlicht wurde.

Demnach entfallen 348 000 dieser Todesfälle auf Länder der Region mit niedrigem bis mittlerem Einkommen, 208 000 auf Länder mit hohem Einkommen. Von diesen ist ein Großteil auf die Verschmutzung der Umgebungsluft zurückzuführen.

Was die Luftverschmutzung im Haushalt angeht, so hatte in der Europäischen Region zwischen 2000 und 2016 ein größerer Anteil der Bevölkerung Zugang zu sauberen Brennstoffen und Technologien zum Kochen (mehr als 90%) als in allen anderen Regionen der WHO.

Umfassende globale Datenbank zur Luftqualität

Weltweit sind inzwischen mehr als 4300 Städte in 108 Ländern in der aktualisierten Datenbank der WHO über die Qualität der Umgebungsluft registriert. Damit ist sie die weltweit umfassendste Datenbank zur Verschmutzung der Umgebungsluft.

Seit 2016 wurden mehr als 1000 zusätzliche Städte in die globale Datenbank der WHO aufgenommen, was zeigt, dass mehr Länder als je zuvor die Luftverschmutzung messen und Maßnahmen zu ihrer Verringerung ergreifen. In der Datenbank werden Jahresmittelwerte für die Feinstaubkonzentration (PM10 und PM2,5) erfasst.

Krankheitslast in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen doppelt so hoch

Die Krankheitslast aufgrund von Luftverschmutzung ist nicht gleichmäßig über die Europäische Region verteilt: 84 Todesfälle je 100 000 Einwohner ereignen sich in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen, während es in Ländern mit hohem Einkommen nur 42 Todesfälle je 100 000 Einwohner sind. Allerdings ist in mehr als 10% der Städte ein Anstieg der Jahresmittelwerte für PM10 und PM2,5 zu verzeichnen, und zwar sowohl in Ländern mit hohem als auch in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

In Ländern der Europäischen Region mit hohem Einkommen sind etwa 40% der untersuchten Bevölkerung Jahresmittelwerten für PM10 oder PM2,5 ausgesetzt, die den Werten aus den Luftgüteleitlinien der WHO entsprechen. In Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen liegt diese Zahl bei weniger als 20%.

Luftverschmutzung macht an Grenzen keinen Halt. Zur Verbesserung der Luftqualität sind anhaltende und koordinierte Maßnahmen auf sämtlichen Ebenen erforderlich. Die Länder müssen zusammen an Lösungen für nachhaltigen Verkehr, eine effizientere Gewinnung und Nutzung erneuerbarer Energie sowie die Abfallwirtschaft arbeiten.

Die WHO arbeitet mit vielen Politikbereichen wie Verkehr und Energie, Stadtplanung und ländliche Entwicklung zusammen, um den Ländern fachliche Unterstützung zur Behebung dieses Problems zu bieten, und setzt gleichzeitig ihre normative Arbeit zur Aktualisierung der Luftgüteleitlinien fort.