Umweltverträglicher Verkehr dient Gesundheit, Beschäftigung und Klimaschutz

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Der Übergang zu einer umweltverträglicheren Verkehrspolitik durch die Förderung von öffentlichem Personenverkehr, Radfahren und Gehen würde nicht nur dem Klimawandel entgegenwirken, sondern auch die Gesundheit und Lebensqualität in den Städten verbessern und neue Arbeitsplätze schaffen. Dies war die Hauptschlussfolgerung eines internationalen Symposiums über umweltverträgliche und gesundheitsförderliche Investitionen in das Verkehrswesen, das in Genf am 8. Dezember 2010 vom Paneuropäischen Programm Verkehr, Gesundheit und Umwelt (THE PEP) und dessen zwei Trägern, dem WHO-Regionalbüro für Europa und der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE), veranstaltet wurde.

Der Verkehrssektor spielt für den Klimawandel eine wesentliche Rolle und verursacht 23% des weltweiten Kohlendioxidausstoßes aus der Verbrennung von Fossilstoffen. Der Straßenverkehr alleine ist für 75% dieser Emissionen verantwortlich und sein Anteil wächst noch. Das Straßenverkehrsaufkommen ist zu 95% vom Öl abhängig und macht auch 65% des gesamten Ölverbrauchs aus. Die Regierungen geraten zusehends in Zugzwang, Auswege aus der verkehrsbedingten Emissionsmisere zu finden und trotz finanzieller Engpässe Arbeitsplätze zu schaffen.

Während des Symposiums konnten Entscheidungsträger von der kommunalen bis zur nationalen Ebene sowie Vertreter von Partnerschaften zwischen öffentlichem und privatem Sektor, von Verkehrsbetrieben und von Anbietern für Ökoreisen, Wanderfahrten und Radtouren ihre Erfahrungen untereinander austauschen. Die Gespräche unterstrichen das große Investitionspotenzial einer umweltfreundlichen Verkehrspolitik und deren positive Wirkungen für eine saubere Umwelt (weniger Staus und geringere Schadstoffemissionen, hierunter Treibhausgase), robuste Wirtschaft (mehr Beschäftigung und weniger sozioökonomische Ungleichheit) und bessere Gesundheit. Der gesundheitliche Zugewinn ergäbe sich aus mehr Sicherheit im Straßenverkehr und besserer Luftqualität, mehr Gelegenheiten für körperliche Betätigung und den positiven Effekten für den Klimaschutz.

Die Diskussionsteilnehmer riefen zur Erkundung der potenziellen Wirkung solcher Politikansätze und zum Erfahrungsaustausch hinsichtlich ihrer Umsetzung auf.

Das Symposium fand zeitgleich mit der Konferenz der Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen und des Kyoto-Protokolls (COP16) in Mexiko statt und setzte sich für eine stärkere Betonung der positiven Nebeneffekte einer umweltverträglichen Verkehrspolitik für Klima, Umwelt und Gesundheit sowie Beschäftigung ein.

THE PEP

THE PEP ist eine gemeinsame Initiative von WHO-Regionalbüro und UNECE, durch welche die Aktivitäten im Bereich des Verkehrswesens und von Umwelt und Gesundheit mit der übrigen Arbeit abgestimmt und vereint werden sollen. Sie ist ein einzigartiges zwischenstaatliches Gremium, in dem die drei Sektoren gleichermaßen vertreten sind. Ihr Auftrag wird durch hochrangige Tagungen festgelegt.

Die Schlussfolgerungen des Symposiums flossen auch in die Erörterungen ihres Lenkungsausschusses ein, der sich im Anschluss zur Festlegung seines dreijährigen Arbeitsprogramms traf.