Europäische Minister rufen eindringlich zum Handeln gegen Umweltgefahren auf

Ministry of Energy, Development and Environmental Protection of the Republic of Serbia

Gesundheits- und Umweltminister während der vierten Tagung des Europäischen Ministerausschusses für Umwelt und Gesundheit in Belgrad (Serbien). Foto: Serbisches Ministerium für Energie, Entwicklung und Umweltschutz

In Europa sind dringend Maßnahmen gegen umweltbedingte Gesundheitsgefahren (zum Beispiel durch Luftverschmutzung, Asbest- und Quecksilberbelastung, unsicheres Wasser und unzureichende Abwasserentsorgung) erforderlich. So lautet die wichtigste Schlussfolgerung der vierten Tagung des Europäischen Ministerausschusses für Umwelt und Gesundheit (EHMB), die am 19. April 2013 in Belgrad (Serbien) stattfand.

Der Ausschuss war sich einig darin, dass die Arbeit der Region für eine Minimierung von Gesundheitsrisiken aufgrund derartiger Belastungen im Gefolge der während der fünften Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit im Jahr 2010 erfolgten Zusagen nun beschleunigt werden müsse. Er prüfte zudem die Fortschritte und Hindernisse in der Umsetzung der Zusagen sowie aktuelle strategische Hauptrichtungen und Vordringlichkeiten im Bereich Umwelt und Gesundheit in der Europäischen Region der WHO. Im Ausschuss sind Gesundheitsminister aus Frankreich, Malta, Serbien und Slowenien sowie Umweltminister aus Belgien, Israel, der Republik Moldau und der Ukraine vertreten.

Luftgüte

Angesichts jüngster Schätzungen zur Zahl der Todesfälle und Erkrankungen als Folge der Luftverschmutzung und neuester Erkenntnisse über gesundheitsschädliche Auswirkungen selbst kleinster Feinstaubkonzentrationen zeigte sich der Ausschuss insbesondere darüber besorgt, dass die meisten Einwohner der Region in Gebieten leben, in denen die Belastungspegel über den von der WHO empfohlenen Werten liegen, und dass ihre Lebenserwartung daher im Durchschnitt um 9 Monate sinkt. Im Jahr der Luft 2013, das die Europäische Union (EU) ausgerufen hat, forderte der Ministerausschuss von der WHO, ihre Luftgüteleitlinien von 2005 zu überarbeiten, und von der EU, ihre Luftgütepolitik entsprechend zu ändern.

Asbest

Auf einer Linie mit der Zusicherung aus dem Jahr 2010, asbestbedingte Krankheiten bis 2015 aus der Europäischen Region zu verbannen, unterstützte der Ausschuss die Aufnahme von Chrysotilasbest in die Liste gefährlicher Chemikalien, für deren Transport über Ländergrenzen hinweg eine vorherige Genehmigung einzuholen ist. Dies erfolgte auf der Grundlage des Rotterdamer Übereinkommens über das Verfahren der vorherigen Zustimmung nach Inkenntnissetzung für bestimmte gefährliche Chemikalien sowie Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel im internationalen Handel, deren Vertragsparteien vom 28. April bis 10. Mai 2013 in Genf zusammenkommen werden.

Aufruf zur Ratifizierung internationaler Vereinbarungen

Darüber hinaus rief der Ausschuss die Mitgliedstaaten in der Europäischen Region dazu auf, zentrale internationale Rechtsakte, welche die menschliche Gesundheit schützen, zu ratifizieren oder ihnen beizutreten. Insbesondere gelte dies für das Protokoll über Wasser und Gesundheit zu dem Übereinkommen von 1992 zum Schutz und zur Nutzung grenzüberschreitender Wasserläufe und internationaler Seen.

Abschließend wählte der Ministerausschuss die serbische Gesundheitsministerin Prof. Slavica Djukic-Dejanovic und den israelischen Umweltminister Amir Peretz zu seinen neuen Ko-Vorsitzenden.