Appell an Länder zur Zurückdrängung der Gesundheitsrisiken durch Asbest, Passivrauchen und giftige Chemikalien bis 2015

WHO

Third meeting of the Environment and Health Task Force.

Angesichts der 2015 ablaufenden Frist zum Erreichen von drei der fünf Zusagen nach der Fünften Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit kamen die 30 auf der 3. Tagung der Arbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit vertretenen Staaten überein, die Befreiung Europas von den asbestbedingten Erkrankungen und den Belastungen durch Tabakrauch und giftige Chemikalien beschleunigt zu betreiben.   Die Tagung fand auf Einladung der belgischen Regierung am 10. und 11. Dezember 2013 in Brüssel statt.

Trotz aller erzielten Fortschritte verursachen Umweltfaktoren immer noch jeden fünften Todesfall in der Europäischen Region der WHO. Die Teilnehmer an der Arbeitsgruppentagung – Vertreter der Länder, der internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft – beschlossen, die Umsetzung durch die Länder verstärkt zu betreiben. Dabei müsse eingedenk der Zusagen aus Parma auf Maßnahmen vor Ort abgehoben werden, wozu auch das Angebot einer sicheren Wasserver- und Abwasserentsorgung und sicherer Fuß- und Radwege für jedes Kind bis 2020 zähle. Die Teilnehmer würdigten den Prozess Umwelt und Gesundheit für Europa als eine solide Grundlage für die Entwicklung nationaler Aktionspläne und auch als eine Anregung für die Kooperation verschiedener Sektoren.

Ende 2014 wird eine hochrangige Tagung in Israel auf halbem Wege zur 6. Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit im Jahr 2016 eine Zwischenbilanz zu den Fortschritten der Länder hinsichtlich ihrer Zusagen ziehen. Die Teilnehmer der Tagung im Dezember 2013 setzten eine Ad-hoc-Gruppe zur Unterstützung des Vorsitzenden und Ko-Vorsitzenden der Arbeitsgruppe bei der Vorbereitung dieser Zwischenbilanz ein. Sie richteten auch eine Arbeitsgruppe zu Gesundheit und Klimawandel ein, welche die Umsetzung des Handlungsrahmens der Europäischen Region für Klimawandel und Gesundheit unterstützen soll.

Der weitere Weg – Unterstützung durch zentrale Akteure

„Gesundheit kann ohne die Einbeziehung anderer relevanter Sektoren, an erster Stelle des Umweltsektors, nicht verwirklicht werden. Luftverschmutzung ist ein überzeugendes Beispiel: Der Zusammenhang zur Krebserkrankung ist heute unbestreitbar. Wir müssen die Zeitspanne von der Erkenntnis bis zur Handlung verkürzen und zwar gemeinsam,“ sagte Maria Neira, Direktorin der Abteilung für öffentliche Gesundheit und Umwelt am WHO-Hauptbüro. „Der Prozess Umwelt und Gesundheit in Europa ist eine solide Grundlage für die sektorübergreifende Zusammenarbeit und ein Modell für die gesamte Welt.“
„Der Prozess Umwelt und Gesundheit für Europa der WHO spornt Belgien seit vielen Jahren an.  2003 haben die belgischen Minister für Umwelt und Gesundheit ein Kooperationsabkommen unterzeichnet und damit den Weg zum belgischen Aktionsplan für Umwelt und Gesundheit geebnet,“ sagte Francis Brancart, Präsident der  belgischen Kerngruppe Umwelt und Gesundheit. „Seither haben die föderale Regierung, die Regionen und die Kommunen zahlreiche Projekte zum Einfluss der Umwelt auf die Gesundheit durchgeführt.“

„Ich war beeindruckt von dem enormen Engagement für die Agenda Umwelt und Gesundheit, sowohl auf Seiten der Mitgliedstaaten als auch auf Seiten der Interessengruppen,“ sagte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Ministerialrat Alexander Nies vom deutschen Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. „Die Mitglieder der Arbeitsgruppe haben das Erreichen der mit Fristen versehenen Zielsetzungen im Gefolge der Erklärung von Parma als Priorität bestätigt. Und die Thematik Gesundheit in Zeiten des Klimawandels wird durch einen neuen Unterausschuss bearbeitet.“

„Die Tagung war sehr hilfreich und half uns, die Agenda für den Prozess Umwelt und Gesundheit im Vorfeld der hochrangigen Zwischenbilanztagung zu konsolidieren,“ fügte Thor Erik Lindgren, Ko-Vorsitzender der Arbeitsgruppe und Leitender Berater der Abteilung für öffentliche Gesundheit im Ministerium für Gesundheit und Versorgung hinzu. „Mit den während der Arbeitsgruppentagung vereinbarten Maßnahmen, hierunter die Schaffung der Ad-hoc-Gruppe zur Unterstützung der Vorbereitungen auf die Zwischenbilanz, haben wir ein solides Fundament gelegt, auf das wir einen weiteren Meilenstein im Prozess Umwelt und Gesundheit stellen können.“