Pensionierter WHO-Sachverständiger für Einsatz im Bereich der Umweltepidemiologie ausgezeichnet

Swiss TPH/Joachim Pelikan

“Wir Umweltepidemiologen sind für die Welt, was Kanarienvögel für den Bergbau waren, und können so rechtzeitig vor Katastrophen warnen, dass Gegenmaßnahmen noch möglich sind. Glücklicherweise müssen wir dafür nicht wie die Kanarienvögel in den Kohlegruben sterben, sondern wir können unsere Stimme erheben und in klarer Sprache die Art und Weise der Bedrohungen für die Gesundheit beschreiben.”

John Goldsmith

Michal Krzyzanowski, ehemaliger Leiter der in Bonn angesiedelten Außenstelle des Regionalbüros, die im Bereich Umwelt und Gesundheit aktiv ist, erhielt heute die John-Goldsmith-Auszeichnung für seinen herausragenden Einsatz in der Umweltepidemiologie.

„Epidemiologen sind gemäß John Goldsmith für die Welt, was Kanarienvögel für die Minen waren. Und dies macht auch meine Arbeit für die WHO in den vergangenen mehr als 20 Jahren aus: Prüfung der Anzeichen für Gesundheitsgefahren durch Luftverschmutzung und Weitergabe der Schlussfolgerungen an die für den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung in der Europäischen Region zuständigen Personen“, sagte Michal Krzyzanowski. Die Auszeichnung gilt also nicht nur mir persönlich, sondern auch der WHO und ihrer Rolle im Bereich von Umwelt und Gesundheit, und ich nehme sie voller Dank stellvertretend entgegen.“

Die Ehrung fand auf einer Tagung dreier führender wissenschaftlicher Vereinigungen (International Society for Environmental Epidemiology (ISEE), International Society of Exposure Science (ISES) und International Society of Indoor Air Quality (ISIAQ)) statt, die unter dem Motto „Umwelt und Gesundheit – Brücken zwischen Süd, Nord, Ost und West“ erstmals eine gemeinsame Konferenz der Verbesserung der öffentlichen Gesundheit gewidmet hatten.

Gedächtnisveranstaltung für John Goldsmith

Michal Krzyzanowski hielt während der Konferenz auch den Vortrag zu Ehren von John Goldsmith und konzentrierte sich darin auf Erkenntnisfortschritte über Kausalzusammenhänge zwischen Umwelt und Gesundheit, die durch langjährige Forschung erzielt worden seien.

Unter Anleitung von Dr. Krzyzanowski führte auch die Arbeit im Bereich der Luftverschmutzung zu wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnen und die globalen Leitlinien der WHO für die Luftgüte wurden mehrfach im Laufe von zwei Jahrzehnten zum Schutz der öffentlichen Gesundheit auf den neuesten Stand gebracht.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst der WHO im August 2012 wurde Michal Krzyzanowski eine Gastprofessur für die Umweltforschungsgruppe am King's College in London angeboten und er ist weiter an WHO-Projekten für Luftgüte und Gesundheit beteiligt.

„Umwelt und Gesundheit – Brücken zwischen Süd, Nord, Ost und West“

An der vom 19. bis 23. August 2013 in Basel (Schweiz) veranstalteten Konferenz beteiligten sich über 1700 Menschen aus mehr als 70 Ländern und erörterten neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus Umwelt und Gesundheit sowie Belege für die Wirksamkeit von Konzepten zum Schutz und zur Förderung der menschlichen Gesundheit und des Ökosystems.

Das Regionalbüro war ebenfalls auf der Konferenz vertreten und stellte zentrale Ergebnisse seiner europaweiten Forschungsinitiativen in den Bereichen Luftverschmutzung, Klimawandel, Chemikalien und zur Abschätzung von Gesundheitsfolgen vor. Die Gewinnung evidenzbasierter Informationen ist ein zentraler Bestandteil der Arbeit des Europäischen Zentrums für Umwelt und Gesundheit, welches das WHO-Regionalbüro in Bonn unterhält, und die Zusammenarbeit mit den auf der Konferenz vertretenen Partnern ist ein Beitrag zur Arbeit im Bereich neuer Umweltrisiken und zur Schaffung einer soliden Grundlage, auf der die mit der Erklärung von Parma verbundenen Zusagen der Länder umgesetzt werden können.