Bewältigung von Luftverschmutzung, Klimawandel und Chemikalienbelastung: Prioritäten des gesundheitsbezogenen Umweltschutzes in der Europäischen Region

WHO

Der Europäische Ministerausschuss für Umwelt und Gesundheit auf seiner Tagung am 1. Juli 2014 in Vilnius (Litauen).

Luftverschmutzung, Klimawandel und Chemikalienbelastung sind nach Ansicht des Europäischen Ministerausschusses für Umwelt und Gesundheit (EHMB) die Bereiche, in denen die größten umweltbedingten Gesundheitsrisiken für die Menschen in der Europäischen Region liegen und die daher politisches Handeln erforderlich machen. Der EHMB hielt am 1. Juli 2014 in Vilnius (Litauen) seine fünfte Tagung.

Handeln in den vorrangigen Bereichen von Umwelt und Gesundheit

Die Mitglieder des Ausschusses brachten ihre Entschlossenheit zum Ausdruck, in den nachstehend genannten vorrangigen Bereichen in naher Zukunft konkrete Maßnahmen zu ergreifen.

Der EHMB wird:

  • die Eliminierung von durch Exposition gegenüber Asbest bedingten Krankheiten und die Umsetzung des Minamata-Übereinkommens über Quecksilber zum zentralen Thema in den Verhandlungen mit den Ländern der Europäischen Region machen. Dies steht im Einklang mit der im Jahr 2010 von den Mitgliedstaaten eingegangenen Verpflichtung, bis 2015 alle asbestbedingten Krankheiten zu eliminieren;
  • die Annahme einer von Frankreich, Norwegen und anderen Ländern initiierten globalen Resolution über Luftqualität im Jahr 2015 unterstützen; und
  • zur Konferenz der WHO über Gesundheit und Klimawandel (im August 2014 in Genf) und zur 21. Tagung der Konferenz der Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (2015 in Paris) inhaltlich beitragen.

Engere Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen

Die Mitglieder des EHMB sind der Ansicht, dass die Zusammenarbeit mit der Europäischen Union und ihren Dienststellen von hoher strategischer Bedeutung für die Erfüllung dieser Aufgaben ist. Insbesondere bestand Einigkeit darüber, eine solide Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission, dem neuen Europäischen Parlament sowie jenen Ländern anzustreben, die im Zeitraum von 2015 bis 2017 die EU-Ratspräsidentschaft innehaben. Darüber hinaus wurde ein Aktionsplan zur Stärkung der Verknüpfungen zwischen den multilateralen Umweltübereinkommen entworfen, die für die Erfüllung der im Jahr 2010 auf der Fünften Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit in Parma eingegangenen Verpflichtungen von Bedeutung sind.

Auf dem Weg zur Sechsten Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit

Die Vorbereitung der Sechsten Ministerkonferenz ist bereits im Gange. Der EHMB nannte die aus seiner Sicht zentralen Themen der Konferenz: Luftverschmutzung, Klimawandel und Chemikalienbelastung. Die Europäische Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit (EHTF) wird im Kontakt mit allen 53 Ländern der Europäischen Region der WHO darauf hinarbeiten, die Prioritäten abzustimmen, Zielvorgaben zu entwickeln und sich auf anzustrebende Resultate zu einigen.

In einer Halbzeitbilanztagung sollen die Fortschritte zwischen der Konferenz von 2010 und der nächsten im Jahr 2016 bewertet werden.

Neue Mitglieder des EHMB

Auf der Tagung in Vilnius nahmen vier neue Mitglieder des EHMB – die Gesundheitsminister Georgiens, Kroatiens, Litauens und Spaniens – nach ihrer Wahl durch das WHO-Regionalkomitee für Europa ihre Arbeit auf. Dr. Vytenis Povilas Andriukaitis, Gesundheitsminister Litauens, und Amir Peretz, Minister für Umweltschutz Israels, wurden zu Vorsitzenden gewählt. Kroatien und die Ukraine boten zur Unterstützung des Prozesses Umwelt und Gesundheit in Europa die Ausrichtung jeweils einer Tagung in den Jahren 2015 bzw. 2016 an.

Die sechste Tagung des EHMB findet im Februar 2015 in Madrid statt.