Bestimmung von Synergieeffekten zwischen Gesundheitspolitik, Klimaschutz und Naturschutz

Sarah Burgess

Eine grüne Infrastruktur kann als eine Maßnahme zur Anpassung an den Klimawandel wirken, die auch Gesundheit und Wohlbefinden der Bevölkerung zugute kommt. Diese Botschaft ergibt sich aus der Europäischen Konferenz über Artenvielfalt und Klimawandel, die vom 27. bis 29. Juni 2017 in Bonn stattfindet. Das diesjährige Thema lautet „Artenvielfalt und Gesundheit vor dem Hintergrund des Klimawandels“.

Auf der Konferenz wollen maßgebliche Interessengruppen aus den Bereichen Naturschutz, Gesundheitspolitik und Klimaschutz Grundsatzempfehlungen für die Anwendung naturorientierter Lösungsansätze zur Bewältigung des Klimawandels erarbeiten.

Die Konferenz wurde vom deutschen Bundesamt für Naturschutz zusammen mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und dem Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung organisiert. Das WHO-Regionalbüro für Europa beteiligt sich an der Finanzierung der Veranstaltung, und Experten vom Europäischen Zentrum für Umwelt und Gesundheit (ECEH) tragen aktiv zur Gestaltung des Programms bei.

Der Klimawandel stellt eine beträchtliche und sich zusehends verschärfende Bedrohung für die Artenvielfalt und für das Wohlbefinden der Bevölkerung in Europa dar. Eine gut entwickelte Artenvielfalt in städtischen und angrenzenden ländlichen Gebieten kann zum Schutz der Gesundheit beitragen, und naturorientierte Lösungsansätze können auch Nutzen in Bezug auf Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen bewirken.

„Städtische Grünflächen sind auf vielerlei Weise nützlich und ermöglichen innovative Lösungsansätze zur Erhöhung der Qualität städtischer Umfelder“, erklärt Dr. Elizabet Paunovic, die Leiterin des ECEH. „Sie fördern die Resilienz der örtlichen Bevölkerung und begünstigen nachhaltige Lebensgewohnheiten und verbessern so Gesundheit und Wohlbefinden der Stadtbewohner.“

Dadurch tragen städtische Grünflächen auch zur Erhaltung und zum Schutz der Artenvielfalt und zur Milderung der Folgen von extremen Wetterereignissen wie Hitzeperioden, Starkregen und Überschwemmungen bei. Dies zeigt sich insbesondere in Verbindung mit der Reduzierung der Wirkung städtischer „Hitzeinseln“ während der zunehmend häufigen Hitzewellen.

Städtische Grünflächen: eine Handlungsanleitung

Um Entscheidungsträger in Politik und Praxis bei der Gestaltung von Maßnahmen für städtische Grünflächen und beim Verständnis ihrer Auswirkungen zu unterstützen, hat das WHO-Regionalbüro für Europa heute auf der Konferenz einen Leitfaden mit dem Titel „Städtische Grünflächen: eine Handlungsanleitung“ veröffentlicht. Darin werden wesentliche Ergebnisse aus Forschungsarbeiten und praktischen Fallstudien zusammengestellt. Außerdem werden die wichtigsten Lehren präsentiert und Aspekte hervorgehoben, die bei der Gestaltung städtischer Grünflächen zu berücksichtigen sind, um maximalen Nutzen in gesundheitlicher und sozialer Hinsicht zu erreichen.