WHO präsentiert der Klimakonferenz der Vereinten Nationen gesundheitsbezogene Argumente und Instrumente zur Unterstützung politischer Entscheidungsprozesse

Auf der 24. Konferenz der Vertragsparteien (VSK 24) des Übereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) hat die WHO gesundheitsbezogene Argumente für Maßnahmen im Bereich Klimaschutz sowie Instrumente zur Quantifizierung der gesundheitlichen und ökonomischen Vorteile einer Verbesserung der Luftqualität geliefert.

Die drei Produkte, die auf der vom 3. bis 14. Dezember 2018 in Katowice (Polen) stattfindenden Tagung präsentiert wurden, sollen die Mitgliedstaaten bei der Entwicklung von Konzepten zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden unterstützen.

Gesundheits- und Klimaschutzpolitik in der Europäischen Union

Der Klimawandel ist ein gesundheitspolitisch bedeutsames Thema. Die Reaktion auf den Klimawandel umfasst zwei parallel zueinander verlaufende Prozesse: Minderungsmaßnahmen, die auf eine Senkung der Treibhausgasemissionen abzielen, und Anpassungsmaßnahmen, deren Zielsetzung darin besteht, die Folgen des Klimawandels vorherzusehen und Maßnahmen zu deren Prävention oder Bewältigung zu ergreifen.

Der auf der VSK 24 vorgelegte Bericht über die Gesundheits- und Klimaschutzpolitik in der Europäischen Union ist das Ergebnis eines 18-monatigen Projektes mit der Europäischen Kommission. Er befasst sich mit Entwicklungen in der Gesundheitspolitik der EU-Staaten, die der Anpassung an den Klimawandel dienen, und präsentiert eine Auswahl von Fallstudien über bewährte Praktiken.

Die Analyse kam zu dem Ergebnis, dass in den Ländern der Europäischen Union Steuerungsmechanismen für die Einbeziehung von Klimaschutzmaßnahmen in die Gesundheitspolitik fest etabliert sind. Doch in dem Bericht werden auch mehrere konkrete Bereiche mit fachlichem Handlungsbedarf genannt, insbesondere ein Ausbau der Surveillance klimasensibler Krankheiten.

Quantifizierung des gesundheitlichen Nutzens von CO2-Reduktionen

Eine Umstellung auf Energiequellen mit niedrigem CO2-Ausstoß ist nicht nur mit unmittelbarem Nutzen aufgrund besserer Luftqualität verbunden, sondern bietet auch zahlreiche andere Möglichkeiten zur Verbesserung der Gesundheit. So trägt die Einführung von aktiven Verkehrsoptionen wie Radfahren auch zur Bewegungsförderung bei, was wiederum der Vorbeugung gegen nichtübertragbare Krankheiten wie Diabetes, Krebs und Herzkrankheit zuträglich ist.

Das von der WHO entwickelte und auf der VSK 24 vorgestellte Tool CaRBonH zur Berechnung des gesundheitlichen Nutzens von CO2-Reduktionen ermöglicht eine Quantifizierung der positiven gesundheitlichen und ökonomischen Auswirkungen von Verbesserungen der Luftqualität durch CO2-Reduktionen. Das Tool selbst soll die Mitgliedstaaten bei der Entwicklung sachgerechter Konzepte für nationale Klimaschutzmaßnahmen unterstützen.

Sonderbericht über Gesundheit und Klimawandel im Hinblick auf die Verhandlungen über die Klimarahmenkonvention

Im vergangenen Jahr bat der Präsident der VSK 23, Premierminister Frank Bainimarama von den Fidschi-Inseln, die WHO um Erstellung eines Berichts über Klimawandel und Gesundheit. In dem auf der VSK 24 präsentierten Bericht wird erläutert, warum gesundheitliche Überlegungen entscheidende Argumente für Fortschritte in der Klimapolitik sind, und es werden zentrale Empfehlungen für Politiker abgegeben. Durch Empfehlungen an Regierungen in Bezug auf die Maximierung des gesundheitlichen Nutzens einer Bekämpfung des Klimawandels soll den Ländern dabei geholfen werden, die schlimmsten gesundheitlichen Auswirkungen dieser globalen Herausforderung zu vermeiden.

In dem Bericht werden die Länder aufgefordert, in allen Kosten-Nutzen-Analysen hinsichtlich der Eindämmung des Klimawandels gesundheitliche Belange zu berücksichtigen. Ferner wird den Ländern empfohlen, steuerliche Anreize wie Kohlenstoffpreissysteme und Energiesubventionen in verschiedenen Sektoren einzuführen, um die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen und Luftschadstoffen zu begünstigen. Schließlich werden die Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention auch dazu ermutigt, bestehende Barrieren für die Schaffung von gegenüber Klimaänderungen widerstandsfähigen Gesundheitssystemen zu beseitigen.