Überarbeitete Trinkwasserleitlinien veröffentlicht

In den inzwischen erschienenen überarbeiteten WHO-Leitlinien zur Trinkwasserqualität werden die Regierungen aufgefordert, durch Pläne zur Wassersicherheit das Management der Trinkwasserqualität zu stärken. Dieser Ansatz kann signifikante und nachhaltige Verbesserungen der öffentlichen Gesundheit bewirken, wenn dafür beim Trinkwassermanagement allerdings auch ein Paradigmenwechsel erforderlich sein mag.

Die sich auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse stützenden Leitlinien fordern von den Wasseranbietern, dass sie vom Einzugsgebiet bis zum Verbraucher das potenzielle Risiko des Eintrags von Kontaminanten in das Wasser systematisch abschätzen, auf den Erkenntnissen gestützte Maßnahmen ergreifen und den Prozess dokumentieren.

Die Leitlinien liefern erstmals umfassende Empfehlungen zu einer guten Praxis auf allen Ebenen, von der Regenwassernutzung im Haushalt und einer sicheren Regenwasserlagerung bis zu Grundsatzratschlägen für die Großwasserversorgung und den Implikationen des Klimawandels.

Die neuen Leitlinien, die in vielen Ländern die Grundlage für Gesetze und Vorschriften abgeben werden, enthalten auch Empfehlungen zur Trinkwassersicherheit, zu mikrobiellen Gefahren, chemischen Kontaminanten und wichtigen, für weitreichende Gesundheitseinwirkungen verantwortlichen Chemikalien.

Wasser und Abwasser

Jedes Jahr sterben weltweit zwei Millionen Menschen an durch Wasser übertragenen Krankheiten, Milliarden von Menschen erkranken. Meist handelt es sich dabei um Kinder unter fünf Jahren. Durch die Sicherung von unbedenklichem Trinkwasser kann man einen Großteil dieser Sterblichkeit und dieses Leidens verhüten.

In der Europäischen Region der WHO wurden durch den Zugang zu einer verbesserten Wasserversorgung und Abwasserentsorgung die Durchfallkrankheiten bei Kleinkindern reduziert. Dennoch sind im östlichen Teil der Europäischen Region die Wohnunterkünfte von über 50% der Landbevölkerung immer noch nicht an eine sichere Trinkwasserversorgung angeschlossen.

Das WHO-Regionalbüro für Europa fördert Pläne für die Wassersicherheit

Das WHO-Regionalbüro für Europa hat sich in ihren Mitgliedstaaten führend für die Annahme von Wassersicherheitsplänen eingesetzt und diese propagiert, und zwar durch Schulungs- und Demonstrationsworkshops in osteuropäischen Ländern, im Kaukasus und in Zentralasien. 2011 wurden Workshops zu Wassersicherheitsplänen und zur Überwachung der Trinkwasserqualität bereits in Albanien, Georgien, Kirgisistan, Turkmenistan und in der Ukraine abgehalten. Das WHO-Regionalbüro für Europa plant eine russischsprachige Veröffentlichung ihres Handbuchs für Wassersicherheitspläne und der Leitlinien für die Qualitätssicherung bzw. -beurteilung.

Zu den von der WHO unterstützten Aktivitäten zählen Demonstrationsprojekte für die Einführung von Wassersicherheitsplänen in kleinräumigen Wasserversorgungssystemen von Georgien und Tadschikistan sowie die Entwicklung von Wassersicherheitsplänen in Pilotstädten Kirgisistans.