Weltwassertag: Gesundheit und eine sinnvolle Abwasserwirtschaft gehören zusammen

UN Water

Täglich sterben in der Europäischen Region der WHO 14 Menschen an Durchfallerkrankungen. Diese Todesfälle werden auf unzureichende Wasser- und Sanitärversorgung und Hygienebedingungen zurückgeführt. Der Zugang zu einer sicher gesteuerten Wasser- und Sanitärversorgung ist entscheidend für die Verwirklichung und Erhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden, wie in dem Nachhaltigkeitsziel (SDG) 3 zum Ausdruck kommt: ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern.

Der am 22. März begangene Weltwassertag rückt weltweit ein Thema in den Mittelpunkt, das eine entscheidende Rolle in den weltweiten Anstrengungen zur Verwirklichung der globalen Entwicklungsziele und ihrer Maxime, niemanden zurückzulassen, spielen wird.

Warum spielt Sanitärversorgung eine zentrale Rolle?

Der überwiegende Teil aller Abwässer von Haushalten, Städten, Industrie und Landwirtschaft fließt ungeklärt bzw. ohne Wiederverwendung zurück in die Natur und belastet die Umwelt, wobei wichtige Wertstoffe und andere Materialien verloren gehen.

Anstatt diesen ungehinderten Rückfluss von Abwässern in die Natur zuzulassen, gilt es vielmehr, die produzierte Abwassermenge zu begrenzen und sie nach ihrem Anfallen einer sicheren Wiederverwendung zuzuführen. Wiederaufbereitetes Wasser genügt den meisten Anforderungen an die Wassernutzung, solange es einer ausreichenden Behandlung unterzogen wurde, die eine dem Verwendungszweck angemessene Qualität gewährleistet. So kann beispielsweise in Haushalten das sog. Grauwasser, d. h. das relativ saubere Abwasser aus Badewannen, Waschbecken, Waschmaschinen und anderen Geräten, für die Bewässerung von Gärten und Grundstücken verwendet werden. In Städten können Abwässer behandelt und auf Grünflächen wiederverwendet werden. In Industrie und Landwirtschaft kann das abgeleitete Abwasser behandelt und in Kühlsystemen oder in der Bewässerung wiederverwendet werden.

Den Kosten der Abwasserwirtschaft stehen die weit größeren Vorteile für die menschliche Gesundheit, die wirtschaftliche Entwicklung und die ökologische Nachhaltigkeit gegenüber.

Die WHO fördert das Konzept der Abwassersicherheitsplanung, einen risikoorientierten Schritt-für-Schritt-Ansatz zur Gewährleistung einer sicheren Wiederverwendung des Abwassers. Dieser Ansatz hat sich als ein effektives Instrument zur Erhaltung der Gesundheit von Mensch und Umwelt während der gesamten Kette des Sanitärwesens bewährt, insbesondere infolge der verstärkten Wiederverwendung von Abwässern.

Wasser- und Sanitärversorgung in der Europäischen Region

2015 verfügten mehr als 62 Mio. der 912 Mio. Bürger in der Europäischen Region nicht über ausreichende sanitäre Einrichtungen, und 14 Mio. Menschen haben immer noch keinen Trinkwasseranschluss. In demselben Jahr verabschiedete die Weltgemeinschaft die SDG, darunter das SDG 6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten. Auch wenn die Europäische Region Fortschritte in Bezug auf den Zugang zu sauberem Wasser sowie eine geregelte Abwasserwirtschaft verzeichnet, so bleiben doch allzu viele schwerwiegende Ungleichheiten bestehen, die die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen unterstreichen, damit alle Bürger von einer sicheren Wasser- und Sanitärversorgung profitieren können. Gleichzeitig wird die Herstellung eines solchen Zugangs auch zunehmend durch die Folgen des Klimawandels erschwert.

Unterstützung der Länder bei der Schaffung eines gleichberechtigten Zugangs zu Wasser für alle
Das 1999 angenommene Protokoll über Wasser und Gesundheit, das bisher von 26 Mitgliedstaaten ratifiziert wurde, ist ein wichtiges Instrument, durch das sich die Länder zur Durchführung angemessener Maßnahmen zur Gewährleistung einer sauberen Wasserversorgung und einer ausreichenden Sanitärversorgung für ihre Bürger verpflichten.

Am Weltwassertag unterstreicht das WHO-Regionalbüro für Europa, das zusammen mit der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa das Sekretariat des Protokolls stellt, die entscheidende Rolle, die eine sichere Wasser- und Sanitärversorgung bei den weltweiten Anstrengungen zur Verwirklichung der SDG spielt. Es ermutigt alle Länder der Europäischen Region zu einer Forcierung ihrer Anstrengungen zur Sicherstellung eines ausgewogenen und nachhaltigen Zugangs zur Wasser- und Sanitärversorgung.

Im Juni 2017 werden die Teilnehmer der Sechsten Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit über neue Antworten auf eine Vielzahl von Herausforderungen für die Europäische Region beraten, zu denen auch jene im Bereich der Wasser- und Sanitärversorgung zählen.