Gewährleistung einer sicheren Trinkwasserversorgung – Hervorhebung der Wassersicherheitspläne in Tadschikistan anlässlich des Weltwassertags

Während einige Menschen in der Europäischen Region der WHO sauberes Trinkwasser für selbstverständlich halten, gibt es noch immer zahlreiche Gemeinden in der gesamten Region – und weltweit –, die mit Problemen in Verbindung mit der Wasserversorgung zu kämpfen haben. Der Weltwassertag ist ein Aktionstag, mit dem das Bewusstsein für eine sichere und nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen geschärft und der Austausch von Wissen über dieses Thema gefördert werden soll.

In diesem Jahr steht das Motto „Niemanden zurücklassen“ im Mittelpunkt der Kampagne. Es soll auf eine chancengleiche und sichere Wasserversorgung für alle, auch entlegene ländliche Gemeinden, aufmerksam machen. Nachdem vor kurzem ein von den ländlichen Gemeinden im ganzen Land umgesetztes Pilotprojekt einen erfolgreichen Abschluss fand, wurden in Tadschikistan erstmals in Zentralasien Wassersicherheitspläne eingeführt.

Das Projekt war ein großer Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung des auf die Wasser- und Sanitärversorgung bezogenen Nachhaltigkeitsziels 6 (SDG 6). Um diese Errungenschaften zu würdigen, wurden die Erfahrungen und Lehren einer tadschikischen Berggemeinde im malerischen Varzob-Tal von einem internationalen Filmteam in einem Dokumentarfilm festgehalten. Dieser zeigt, welche unmittelbaren Auswirkungen Wassersicherheitspläne auf Gemeinden in der gesamten Europäischen Region haben können. Der Film wurde erstmals bei der Abschlussveranstaltung des Projekts in Duschanbe gezeigt und ist nun sowohl in englischer als auch russischer Sprache online verfügbar.

Seit 2016 haben das WHO-Regionalbüro für Europa und das tadschikische Ministerium für Gesundheit und Soziales eng zusammengearbeitet, um die Qualitätssicherung und Überwachung des Trinkwassers zu stärken. In diesem Zusammenhang wurde ein nationales Team von Experten für Wassersicherheitsplanung eingesetzt. Diese verfügen nun über die nötigen Werkzeuge und das nötige Wissen, um die Trinkwasserversorger und zuständigen Behörden in Bezug auf eine angemessene Risikobewertung und sichere Verfahrensabläufe unter den verschiedenen ökologischen Bedingungen im Land anzuleiten.

Von Vertretern der nationalen Wasserwirtschaft wurden zudem nationale Handlungskonzepte und Programmleitfäden für die Wassersicherheitsplanung zusammengestellt. Gegenwärtig helfen diese Leitfäden in der letzten Phase der ministeriellen Zustimmung sicherzustellen, dass Gemeinden in ganz Tadschikistan durch den Zugang zu sicherem Trinkwasser widerstandsfähiger werden. Das Projekt hat dazu beigetragen, das Thema Wassersicherheitsplanung zu einer nationalen Priorität zu machen, was sich bald auch in einem neuen Gesetz zur Wasser- und Sanitärversorgung niederschlagen wird.

Bedeutung von Wassersicherheitsplänen für die Verwirklichung von SDG 6

Als Maßnahme des Gesundheitswesens zur Verwirklichung des SDG 6 empfiehlt die WHO die Einführung eines Wassersicherheitsplans für jegliche Art der Trinkwasserversorgung. Der Ansatz kombiniert dabei bewährte Prinzipien des Risikomanagements mit Verfahrensabläufen und Überwachungsansätzen, bei denen die Prävention in den Mittelpunkt gerückt wird. Diese Prinzipien gelten sowohl für große städtische Versorgungsunternehmen als auch für kleine ländliche Betriebe und sie haben bereits in über 80 Ländern weltweit Anwendung gefunden.

Die für die Qualitätsüberwachung des Trinkwassers zuständigen nationalen Aufsichtsbehörden zeigten großes Interesse an einer Verstärkung der Bemühungen um eine Vereinbarkeit mit den Empfehlungen der WHO. Die Mitarbeiter der kommunalen, regionalen und nationalen Zweigstellen des Hygiene- und Epidemiologie-Kontrolldienstes wurden in Kooperation mit dem niederländischen nationalen Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) in risikobasierten Überwachungsansätzen und der Gewichtung von Parametern für die Wasserqualität geschult, um eine gezielte, kosteneffektive Überwachung und gleichzeitig den Schutz der Gesundheit zu gewährleisten.

Das Projekt wurde vom Europäischen Zentrum der WHO für Umwelt und Gesundheit koordiniert und vom finnischen Außenministerium im Rahmen des finnischen Programms zur Unterstützung der kirgisischen und tadschikischen Wasserwirtschaft finanziert.