Internationaler Frauentag: Ein Jahrhundert voller Errungenschaften

1911 hatten Frauen in den wohlhabendsten Ländern Europas eine durchschnittliche Lebenserwartung von knapp über 50 Jahren. 1970 war ihre durchschnittliche Lebenserwartung in diesen Ländern auf Mitte 70 angestiegen. 2011 werden Frauen in den wohlhabenden Ländern im Durchschnitt über 80 Jahre alt.

Die Gesundheit von Frauen hat im vergangenen Jahrhundert von den großen sozialen und technologischen Fortschritten wie dem Zugang zu Bildung und Beschäftigung, dem Zugang zu modernen Verhütungsmitteln und sicherer Abtreibung (sofern legal möglich) und der Prävention bzw. Behandlung von Brust- und Gebärmutterhalskrebs erheblich profitiert.

Der Internationale Frauentag wurde 1911 eingerichtet und wird seitdem jährlich am 8. März begangen. In diesem Jahr können wir auf 100 Jahre voller Errungenschaften in Bezug auf Gesundheit, Bildung und Rechte von Frauen zurückblicken. Das Thema für 2011 lautet „Gleicher Zugang zu Bildung, Ausbildung, Wissenschaft und Technik: Wege zu menschenwürdiger Arbeit für Frauen“.

Trotz großer Fortschritte hinsichtlich des Zugangs zu Bildung und Ausbildung sind Arbeit und Beschäftigung in der gesamten Europäischen Region der WHO immer noch von anhaltenden Ungleichheiten gekennzeichnet. Frauen verdienen weniger als Männer, bilden die Mehrheit der Arbeitslosen, erhalten weniger Rente, sind häufiger teilzeitbeschäftigt und erledigen den größeren Teil der unbezahlten Pflegearbeit.

Dies hat Auswirkungen auf ihre ökonomische Unabhängigkeit, ihren sozialen Status, ihre soziale Absicherung und die vom Arbeitgeber getragene Krankenversicherung, die wiederum für ihre Gesundheit von Bedeutung ist.

2007 bestätigte die Weltgesundheitsversammlung, darunter auch die Mitgliedstaaten aus der Europäischen Region, die Strategie zur Einbeziehung von Gleichstellungsanalysen und -maßnahmen in die Arbeit der WHO. Das Regionalbüro für Europa setzt sich in sämtlichen Fachprogrammen und zusammen mit den Ländern aktiv für die Gleichstellung der Geschlechter in der Region ein. Diese Arbeit beinhaltet folgende Elemente:

  • Kapazitätsaufbau und Ausbildung
  • geschlechtsspezifische Interventionen
  • Entwicklung und Anpassung von Instrumenten und Leitlinien
  • Einbeziehung von Gleichstellungsanalysen in die Informationssysteme
  • Verbreitung von Evidenz und Daten
  • Austausch von Erfahrungen und Fallstudien

Das WHO-Regionalbüro für Europa hat vor kurzem eine Sichtung der medizinischen Fachliteratur zu für heranwachsende Mädchen relevanten Gesundheitsfragen vorgenommen, deren wichtigste Ergebnisse anlässlich des Internationalen Frauentags veröffentlicht wurden.