Internationaler Frauentag – „Gleichheit für Frauen ist Fortschritt für alle“

Täglich sterben weltweit über 800 Frauen an vermeidbaren Ursachen in Verbindung mit Schwangerschaft oder Geburt. Auch wenn die Zahl dieser Todesfälle in den letzten 20 Jahren um die Hälfte gesunken ist, so ist doch der Rückgang weniger als halb so groß, wie es zur Erfüllung der für 2015 festgelegten Zielvorgabe im Rahmen der Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (MZ) nötig wäre.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden Verbesserungen bei der Gleichstellung zwischen den Geschlechtern in der Grundschulbildung erzielt, doch konnten nur zwei von insgesamt 130 Ländern die Zielvorgabe auf allen Ebenen des Bildungswesens erfüllen.

2013 waren weltweit nur 20% aller Sitze in den Parlamenten mit Frauen besetzt.
Ein Viertel aller Frauen in der Europäischen Region der WHO haben körperliche bzw. sexuelle Gewalt durch einen Intimpartner erlebt.

Das Motto des Internationalen Frauentags 2014 lautet „Gleichheit für Frauen ist Fortschritt für alle“. Es gilt nun, eine Bestandsaufnahme der erreichten Fortschritte vorzunehmen und sich den noch verbleibenden Herausforderungen zu stellen. Der Internationale Frauentag bietet eine Gelegenheit, Frauen und Kindern beizustehen und den Nutzen der Gleichstellung zwischen den Geschlechtern für die Gesellschaft hervorzuheben.

Trotz erheblicher Verbesserungen beim Zugang von Frauen zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Ausbildung bestehen nach wie vor Probleme in den Bereichen Arbeit und Beschäftigung. Frauen verdienen weniger als Männer, bilden die Mehrheit der Arbeitslosen, erhalten weniger Rente, sind häufiger teilzeitbeschäftigt und nehmen seltener Führungspositionen in Wirtschaft und Verwaltung ein.

WHO, Frauen und Gleichstellungsfragen

Die MZ spielen eine bedeutende Rolle bei der Ausrichtung der Anstrengungen und bei der Verdeutlichung des Bedarfs an Ressourcen zugunsten der Gleichstellung und der Rechte von Frauen. Darüber hinaus nahmen im Jahr 2007 die Mitgliedstaaten der WHO die Strategie zur Einbeziehung von Gleichstellungsanalysen und -maßnahmen in die Arbeit der WHO an. Ihre primäre Stoßrichtung besteht darin, die Länder dringend dazu aufzufordern, Gleichstellungsaspekte auf allen Ebenen der Gesundheitsversorgung und der Leistungserbringung, einschließlich der Angebote für Heranwachsende und junge Menschen, zu berücksichtigen. Die Strategie befasst sich auch mit den für Ungleichheit zwischen den Geschlechtern verantwortlichen Einflussfaktoren und zielt darauf ab, die Beiträge von Frauen und Männern in der Gesundheitspolitik sowie in der Personalplanung und -ausbildung im Gesundheitswesen gleichermaßen zu berücksichtigen.

Das WHO-Regionalbüro für Europa hat geeignete Strategien und Instrumente entwickelt und ist den Mitgliedstaaten bei der Anpassung an ihre unterschiedlichen Gegebenheiten behilflich. Sie zielen auf die Bewertung der Gesundheitssysteme zwecks Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Frauen ab.

Das WHO-Regionalbüro für Europa arbeitet mit den Ländern, die ihre Angebote im Bereich der Reproduktionsgesundheit ausbauen oder reformieren müssen, zusammen und richtet sich dabei nach den Leitlinien der WHO für die Bereitstellung hochwertiger Leistungen zur Familienplanung, die sich mit Aspekten wie sichere Schwangerschaftsabbrüche, Bekämpfung sexuell übertragbarer Krankheiten und Verbesserung der sexuellen Gesundheit befassen.
Mit dem gesundheitspolitischen Rahmenkonzept „Gesundheit 2020“ führt das Regionalbüro den Chancengleichheitsaspekt in allen Bereichen seiner Arbeit ein und verstärkt die Grundsätze der Nichtdiskriminierung, der Gleichheit und der Teilhabe, um zu gewährleisten, dass jede Frau und jedes Kind die Chance auf Erfüllung ihrer Wünsche erhalten und nicht aufgrund ihres Geschlechts daran gehindert werden.