Hohe Krebslast aufgrund von Übergewicht und Adipositas in den meisten Ländern der Europäischen Region

Eine neue Studie des Internationalen Krebsforschungszentrums (IARC), der spezialisierten Krebsforschungseinrichtung der WHO, belegt, dass Übergewicht und Adipositas einen erheblichen Risikofaktor für Krebs darstellen und 2012 weltweit für geschätzte 3,6% (481 000) aller neuen Krebsfälle verantwortlich waren. In den meisten Ländern der Europäischen Region der WHO liegt der prozentuale Anteil der neuen Fälle, die auf Übergewicht und Adipositas zurückzuführen sind, höher als im globalen Durchschnitt.

Höherer Anteil adipositasbedingter Krebsfälle bei Frauen

Aus der Studie geht hervor, dass weltweit der Anteil der durch Adipositas bedingten Krebsfälle bei Frauen höher ist als bei Männern (5,3% bzw. 1,9%).

In fast allen Ländern der Europäischen Region ist der prozentuale Anteil der auf übermäßiges Körperfett zurückzuführenden Krebsfälle bei Frauen höher als im globalen Durchschnitt (5,3%). In der Tschechischen Republik, Malta und der Russischen Föderation liegt der Anteil sogar mehr als doppelt so hoch wie weltweit.

Auch wenn der Anteil der durch Übergewicht und Adipositas bedingten Krebsfälle bei Männern niedriger ist, so liegt er doch wiederum in den meisten Ländern der Europäischen Region höher als im globalen Durchschnitt. So fällt der Anteil in zehn Ländern der Region mindestens doppelt so hoch aus wie im weltweiten Mittel: Deutschland, Irland, Luxemburg, Malta, Niederlande, Slowakei, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Vereinigtes Königreich.

Gesundheitlicher Nutzen einer Reduzierung von Übergewicht und Adipositas

Die Reduzierung von Übergewicht und Adipositas auf der Bevölkerungsebene könnte signifikanten gesundheitlichen Nutzen bringen, darunter die Senkung der Krebslast. Die Studie des IARC belegt, dass ein Viertel aller durch Übergewicht und Adipositas bedingten Krebsfälle (118 000 Fälle) hätten verhindert werden können, wenn die Bevölkerung ihren durchschnittlichen Body-Mass-Index (BMI) von 30 Jahren davor behalten hätte.

Übergewicht und Adipositas sind Risikofaktoren für bestimmte Krebsarten

Ein hoher BMI (25 kg/m² oder mehr) ist ein bekannter Risikofaktor für Speiseröhren-, Kolon-, Rektum-, Nieren-, Bauchspeicheldrüsen-, Gallenblasen-, Eierstock-, Gebärmutterschleimhaut- und (postmenopausalen) Brustkrebs sowie für eine Reihe anderer nichtübertragbarer Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.