Appell für mehr Frauen in Führungspositionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit

WHO/Jerome Flayosc

Am Internationalen Frauentag unterstreicht das WHO-Regionalbüro für Europa die Notwendigkeit, Frauen einen angemessenen Platz im Zentrum des öffentlichen Gesundheitswesens einzuräumen. Frauen machen in der Europäischen Region der WHO wie auch weltweit die Mehrzahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen aus, doch spiegelt sich dieser Umstand generell nicht in einer entsprechenden Zahl von Führungspositionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit wider. So sind beispielsweise in der Europäischen Region nur 30% der Gesundheitsminister Frauen. Es muss noch viel getan werden, um die nach wie vor bestehende Kluft zwischen den Geschlechtern zu schließen und im Gesundheitswesen und in anderen Bereichen Gleichheit herzustellen.

Frauen in Führungspositionen können dazu beitragen, die Politiksteuerung für Gesundheit auf neue und wirksame Weise zu gestalten. Sie können die lebenslangen besonderen Bedürfnisse von Frauen zum Bestandteil der Gesundheitspolitik machen und Lösungsansätze und ressortübergreifende Maßnahmen nach dem Grundsatz „Gesundheit in allen Politikbereichen“ in den Vordergrund stellen. Mehr Frauen in Führungspositionen können auch sicherstellen, dass ein breites Spektrum verschiedener Möglichkeiten, Räume und Chancen geschaffen werden, um Mädchen und Frauen Gehör und prägenden Einfluss zu verschaffen.

Anlässlich dieses Tages hat das WHO-Regionalbüro für Europa mit einer Reihe von talentierten, einsatzfreudigen und vorbildlichen Frauen, die die Arbeiten der Organisation auf allen Ebenen und an einer Vielzahl von Standorten in der Europäischen Region vorantreiben. Sie erzählen davon, wie sie zu ihrer Tätigkeit im Bereich der öffentlichen Gesundheit gekommen sind und was diese für sie bedeutet. Sie schildern auch, wie ihre Arbeit sich auf das Leben der Menschen in der Europäischen Region auswirkt. Sie wünschen sich mehr Frauen in Führungspositionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit und sind sich des unschätzbaren Beitrags bewusst, den sie leisten können. Unter dem nachstehenden Link finden Sie eine Galerie mit sämtlichen Interviews.

Einbindung von Männern und Frauen in die Verwirklichung von Gleichstellung zwischen den Geschlechtern

Geschlechtsbedingte Ungleichheiten können sich negativ auf die Gesundheit von Frauen auswirken, sowohl in Bezug auf die Exposition gegenüber Risiken als auch auf die Art und Weise, in der die Gesundheitssysteme auf die Bedürfnisse von Frauen reagieren. Da das Geschlecht mit anderen sozialen und ökonomischen Determinanten von Gesundheit zusammenwirkt, können Ungleichheiten eine Vielzahl von Folgen nach sich ziehen.

Eine der wichtigsten Maßnahmen, die zur Schließung der Kluft zwischen den Geschlechtern notwendig sind, ist die Ermutigung von Frauen und Mädchen, zusammen mit Männern und Jungen Normen und Rollenbilder von Grund auf zu verändern. Dies führt zu mehr Gesundheit und gesundheitlicher Chancengleichheit für alle.

Die 53 Länder in der Europäischen Region haben eine Strategie zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Frauen in der Europäischen Region der WHO angenommen, und das WHO-Regionalbüro für Europa ist gegenwärtig dabei, eine entsprechende Strategie zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Männern auszuarbeiten. Diese neue Strategie wird sich mit der Bedeutung von Geschlechternormen und -rollen befassen und die Einbeziehung von Männern in die Verwirklichung von Gleichstellung zwischen den Geschlechtern fördern.