Länderarbeit

WHO/Matteo Dembech

Das Regionalbüro setzt sich für die Stärkung der Kapazitäten in den öffentlichen Gesundheitsdiensten der Länder ein, damit diese den großen Zustrom von Migranten bewältigen können. Das Projekt über gesundheitsschutzbezogene Aspekte der Migration in der Europäischen Region (PHAME) beinhaltet Bewertungsmissionen in Mitgliedstaaten, die größere Zuströme irregulärer Zuwanderer aufnehmen oder möglicherweise demnächst aufnehmen müssen, mit dem Ziel, die Antwort des Gesundheitswesens auf die Migration durch Bestimmung vorbildlicher Praktiken wie auch möglicher Defizite in den öffentlichen Gesundheitsdiensten und durch anschließende Festlegung von Notfallplänen zu koordinieren.

Das Projekt dient der Unterstützung gesundheitspolitischer Entscheidungsträger und Planer, des zuständigen Gesundheitspersonals sowie anderer Akteure, die für die Bereitstellung hochwertiger Gesundheitsleistungen für Migranten verantwortlich sind. Sein letztendliches Ziel ist die Entwicklung von Sachverstand und Kapazitäten und die Bestimmung und Beseitigung etwaiger Defizite in der Leistungserbringung, vor allem in den Bereichen Prävention, Diagnose, Beobachtung und Krankheitsmanagement.

Migration betrifft die gesamte Europäische Region; deshalb sind koordinierte Anstrengungen erforderlich. Trotz bestehender Unterschiede können die Länder durch den Austausch vorbildlicher Praktiken und den Aufbau eines Grundsatzdialogs Sachverstand und Kapazitäten auf dem Gebiet der Gesundheit von Migranten aufbauen.

Bewertungsmissionen

Nach dem Verlust von Hunderten Menschenleben beim Sinken eines mit Migranten beladenen Schiffs vor Sizilien war Italien das Ziel der ersten Bewertungsmission. Dabei unterstützten Mitarbeiter der WHO in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsbeauftragten der Region Sizilien die italienischen Gesundheitsbehörden dabei, Migranten einen chancengleichen Zugang zur Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.

Seit September 2013 arbeitet die WHO auch mit dem Gesundheitsministerium in Portugal daran, die Bereitschaft des Gesundheitswesens im Hinblick auf die Bewältigung größerer Migrationsströme zu analysieren und zu dokumentieren.

Darüber hinaus bemüht sich das Team der WHO auch mit dem maltesischen Gesundheitsministerium um konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Reaktionsfähigkeit des Gesundheitswesens. In den letzten Jahren sind jährlich etwa 2000 Migranten auf dem Seeweg nach Malta gekommen.