Migration und Gesundheit in der Europäischen Region

WHO/Matteo Dembech

Die dramatische Zunahme der Migrantenströme in die Länder der Europäischen Region unterstreicht die Notwendigkeit der Bestimmung vorbildlicher Praktiken sowie eines grenzüberschreitenden politischen Dialogs über Migrationsfragen. Durch das Projekt über gesundheitsschutzbezogene Aspekte der Migration in der Europäischen Region (PHAME) arbeitet das WHO-Regionalbüro für Europa in enger Abstimmung mit den Mitgliedstaaten darauf hin, die Bereitschaftsplanung des Gesundheitswesens und die Kapazitäten im Bereich der öffentlichen Gesundheit im Hinblick auf eine wirksamere Bewältigung notfallbedingter Migrantenströme zu stärken.

Das Projekt wird innerhalb des neuen gesundheitspolitischen Rahmenkonzeptes der Europäischen Region, „Gesundheit 2020“, umgesetzt und legt besonderes Gewicht auf den Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten und die Gewährleistung bürgernaher Gesundheitssysteme.

Hintergrund

Mehr noch als die Europäische Region der WHO insgesamt haben vor allem die Nordafrika und dem Mittleren Osten am nächsten gelegenen Länder große Migrantenströme zu bewältigen. Dieser Bevölkerungszustrom kann erhebliche gesundheitliche Herausforderungen mit sich bringen.
Insgesamt ist die Bevölkerung der Europäischen Region seit 2005 durch Zuwanderung um 5 Mio. gewachsen, was fast 70% des Bevölkerungswachstums zwischen 2005 und 2010 ausmacht. Heute leben in der Europäischen Region nach Schätzungen ca. 73 Mio. Migranten; dies entspricht knapp 8% der Gesamtbevölkerung. 52% der Migranten sind Frauen.