Bessere und besser abgestimmte gesundheitspolitische Reaktionen auf die Migration

WHO

Seit 2011 setzt sich das Regionalbüro für die Stärkung der Kapazitäten in den Ländern ein, damit das Gesundheitswesen den großen Zustrom bewältigen und entsprechende Maßnahmen abgestimmt durchführen kann. Das Regionalbüro hat mehrere Bedarfsanalysen durchgeführt und die Länder haben die Hilfestellung durch die WHO begrüßt. Dennoch sind noch weitere Anstrengungen erforderlich, damit die endlose Kette tragischer Ereignisse in Verbindung mit Migration unterbrochen werden kann.

Das Regionalbüro leitet über sein Fachzentrum für Investition für Gesundheit und Entwicklung in Venedig ein Projekt zu Migration und Gesundheitsschutz in Europa. Nach dem tragischen Untergang eines Flüchtlingsschiffs vor der italienischen Insel Lampedusa und dem Verlust von mehreren hundert Menschenleben arbeitet die WHO weiter eng mit den sizilianischen und italienischen Gesundheitsbehörden zusammen.

Projekt zu den gesundheitspolitischen Aspekten der Migration für Europa

Das Projekt folgt dem neuen Europäischen Rahmenkonzept „Gesundheit 2020“ und will die Gesundheit der Migranten durch die Bewältigung der sozialen Determinanten verbessern. Es unterstützt gesundheitspolitische Entscheidungsträger und Planer, örtliches Gesundheitspersonal und andere, die für die Bereitstellung hochwertiger Gesundheitsversorgung für Migranten verantwortlich sind.  Es soll mögliche Lücken in der Erbringung von Gesundheitsversorgung schließen helfen (etwa in der Prävention, Diagnose, Beobachtung und Handhabung von Erkrankungen) und Grundsatzempfehlungen liefern.

In Konsultation mit Experten hat die WHO ein Instrumentarium zur Bewertung der örtlichen Bewältigungskapazität des Gesundheitswesens für Migration in Krisenfällen entwickelt. Italien soll als erstes Land bewertet werden und später sollen weitere Bewertungen in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsministerien Maltas, Portugals und weiterer Mittelmeerländer erfolgen.  Dadurch sollen Engpässe aufgezeigt werden, die der Gesundheitssektor zur Vervollständigung der nationalen Notbereitschaft schließen muss.

Eine größere Betonung von Gesundheit im Migrationsprozess ist sowohl für die Migranten wie die Empfängerländer wichtig. Die WHO ist entschlossen, einen chancengleichen Zugang zu Gesundheitsangeboten für Migranten zu unterstützen, Abstimmungsverfahren zur Bewältigung großer Zuströme zu schaffen und gesundheitspolitische Konzepte und Angebote zu fördern, die sensibel in Bezug auf die Migranten sowie kulturelle und geschlechtsbezogene Aspekte gestaltet sind.