Flüchtlinge und Migranten eher anfällig für lebensmittelbedingte Erkrankungen

Wenn Menschen ihre Heimat verlassen und in unbekannte Gegenden vorstoßen, wird für die Versorgung mit sicheren Lebensmitteln und sicherem Wasser für sie umso schwieriger, je prekärer ihre Lebensumstände insgesamt sind. Weiter erschweren kann sich ihre Lage, wenn das öffentliche Versorgungswesen in Bereichen wie Elektrizität und Verkehr zusammenbricht. Solche Bedingungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass diese Menschen für den Verzehr ungeeignete oder verseuchte Lebensmittel verwenden, ihr Essen falsch zubereiten oder verdorbene Lebensmittel essen. 

Flüchtlinge und Migranten erkranken in der Regel auf ihrer Reise und zwar insbesondere dann, wenn sie sich in überfüllten Einrichtungen aufhalten müssen. Die sanitären Bedingungen können die Einnahme, Lagerung und Zubereitung des Essens beeinträchtigen und überfüllte Unterkünfte können Lebensmittelvergiftungen und durch Wasser übertragene Krankheiten begünstigen. Beispiele hierfür sind Salmonellose, Shigellose, Campylobacteriose sowie Novovirus- und Hepatitis-A-Infektionen.

Nur bekannte Lebensmittel essen.

Wenn diese Menschen ihre neue Umgebung nach Lebensmitteln absuchen, können sie Opfer einer tödlichen Verwechslung mit Sorten aus dem Heimatland werden, wie es neulich in Deutschland geschah, als Flüchtlinge giftige Pilze aßen. Einige Giftpilze verursachen lediglich Erbrechen und Durchfall, während andere zu Halluzinationen und tödlichen Nieren- und Leberschäden führen können.

Flüchtlingen und Migranten wird empfohlen:

  • keine Zutaten, Pflanzen oder Pilze in der freien Natur zu sammeln, die sie nicht wirklich kennen;
  • umsichtig mit Zutaten, Pflanzen und Pilzen aus freier Natur zu sein, die Arten aus der Heimat ähneln;
  • bei Vergiftungsverdacht sofort medizinische Hilfe anzufordern.

Fünf Schlüssel der WHO zu sicheren Lebensmitteln

Lebensmittelvergiftungen und durch Wasser übertragene Krankheiten können in Lagern und Sammelunterkünften epidemische Ausmaße erreichen, sind jedoch vermeidbar. Es gilt, über den sicheren Umgang mit Lebensmitteln aufzuklären, etwa durch die von der WHO ausgearbeiteten fünf Tipps für sicherere Lebensmittel. Insbesondere folgende Regeln sollten eingehalten werden:

  • Erhitzen (> 70 °C) ist lebenswichtig, wenn es nicht möglich ist, die Lebensmittel ordentlich zu kühlen und die Hände und Oberflächen rein zu halten.
  • Nur sauberes Wasser darf benutzt werden. Im Zweifelsfall Wasser nur aus versiegelten Flaschen trinken oder abkochen für die Zubereitung von Speisen (wie Waschen, Kochen und Abwaschen von Küchengerät und Geschirr).

Bei Durchfall ausreichend trinken.

Durchfall ist das häufigste Symptom einer Lebensmittelinfektion, die jedoch auch von Übelkeit, Erbrechen und Fieber begleitet sein kann. Durchfall verschwindet meist nach wenigen Tagen.  

Dehydrierung muss auf jeden Fall vermieden werden. Flüchtlingen und Migranten wird empfohlen, ausreichende Mengen an sicherer Flüssigkeit einzunehmen, etwa abgekochtes Wasser oder Trinkwasser aus versiegelten Behältern. Kaffee sowie stark gesüßte und alkoholische Getränke sollten bei Durchfall vermieden werden. Dies gilt besonders für alte Menschen und Kinder. 

Wenn eine Person auffallend unruhig ist, extremen Durst, eingefallene Augen oder trockene, spröde Haut aufweist, sollte unmittelbar ärztlicher Rat eingeholt werden. Dies gilt auch, wenn die Darmentleerung sehr häufig und wässrig erfolgt, Blut enthält oder mehr als drei Tage auf sich warten lässt.