Humanitärer Weltgipfel wirft Schlaglicht auf die schwächsten Menschen und treibt Maßnahmen zur Deckung ihrer Bedürfnisse voran

Am 23. und 24. Mai 2016 fand in Istanbul der erste Humanitäre Weltgipfel statt. Rund 9000 Teilnehmer aus 173 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen erörterten drängende Probleme, welche die humanitäre Not und die Bedürftigkeit in der Welt auf Rekordhöhen getrieben haben. Zum Teilnehmerkreis zählten 55 Staats- und Regierungschefs, Hunderte Vertreter der Privatwirtschaft und Tausende Vertreter von Zivilgesellschaft und nichtstaatlichen Organisationen. Der Gipfel schuf globale Aufmerksamkeit für die Erfordernis neuer, stimmiger Ansätze zur Stillung der Bedürfnisse von über 130 Millionen Menschen in großer Not. Humanitäre Hilfe allein kann weder die Bedürfnisse angemessen stillen noch die Probleme nachhaltig lösen.

Der Humanitäre Weltgipfel ist das Ergebnis gründlicher Vorarbeiten, zu denen auch ein diesjähriger Bericht des Generalsekretärs der Vereinten Nationen zählte, in dem fünf Kernaufgaben betont wurden. Sie waren auch zentrale Themen des Gipfels:

  1. Politische Führungsstärke zur Vorbeugung und Beendigung kriegerischer Auseinandersetzungen
  2. Aufrechterhaltung der Normen zum Schutz der Menschlichkeit
  3. Niemanden auf der Strecke lassen
  4. Das Leben der Menschen verändern: Statt fortwährender Hilfe, Beendigung der Not
  5. In Humanität investieren

Die Bedeutung und Relevanz der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) für die globale humanitäre Agenda wurde während des gesamten Gipfels immer wieder aufgegriffen. Viele Teilnehmer betonten die enge Verknüpfung zwischen beiden und die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit Hand in Hand.

Während des Gipfels wurden substanzielle finanzielle Zusagen gemacht, so gab es eine breite Unterstützung der Mitgliedstaaten für die Anhebung der Mittel des Zentralen Fonds der Vereinten Nationen für die Reaktion auf Notsituationen auf eine Milliarde US-Dollar. Alle individuellen oder kollektiven Zusagen sollen in einem Forum für die Verpflichtung zum Handeln ihren Niederschlag finden, deren Öffentlichkeit für Rechenschaft sorgen soll. Der Generalsekretär wird der Generalversammlung der Vereinten Nationen über Erfolge des Gipfels Bericht ablegen und Wege zur weiteren Verfolgung der Zusagen anregen.

Teilnehmer der WHO betonen zentrale Rolle des Gesundheitswesens in Zeiten der humanitären Krise

Die Delegation der WHO beim Humanitären Weltgipfel wurde von Dr. Bruce Aylward, dem kommissarischen Exekutivdirektor für die Bewältigung von Krankheitsausbrüchen und gesundheitlichen Notlagen, angeführt. Dr. Aylward sprach im Plenum über Herausforderungen durch Seuchenausbrüche und wirksame Gegenmaßnahmen sowie die Bedeutung der Unterstützung und des Schutzes von Gesundheitspersonal und -einrichtungen in Kriegs- und Katastrophengebieten. Er erwähnte die anstehende Reform der Notfallkapazitäten der WHO und unterstrich die Notwendigkeit sektorübergreifender Zusammenarbeit, damit die Gesundheit der schwächsten Bevölkerungsgruppen im Zentrum der Agenda für Investitionen in die Humanität stehen könne.

Das Regionalbüro für Europa entsandte eine Delegation unter Leitung von Dr. Pavel Ursu, dem Vertreter der WHO in der Türkei, zum Humanitären Weltgipfel. Die Delegationsmitglieder beteiligten sich an verschiedenen Nebenveranstaltungen, hierunter eine von der WHO mitgetragene Veranstaltung unter dem Motto Hunger beseitigen bis 2030: Nachhaltige und sichere Lebensmittel und Ernährung für alle.