Kalte Witterungsbedingungen erhöhen Gesundheitsrisiken für Flüchtlinge und Migranten in Serbien und anderen Ländern der Europäischen Region

WHO/Violeta Egic

Staff from the WHO Country Office in Serbia visit the barracks near the Belgrade central station, where around 1200 refugees and migrants currently live.

Aufgrund der weiterhin kalten Witterungsbedingungen in weiten Teilen der Europäischen Region verschlechtern sich die Bedingungen für die anfälligsten Gruppen, insbesondere die in verschiedenen Ländern festsitzenden Flüchtlinge und Migranten. Wenn Flüchtlinge und Migranten bei Temperaturen von unter 16 C im Freien oder in kalten Notunterkünften übernachten, sind sie anfällig für Unterkühlung, Erfrierungen und andere Gesundheitsprobleme. Das Risiko erhöht sich, wenn sie keine angemessene Kleidung und Nahrung haben und es an medizinischer Versorgung fehlt. Senioren, Kinder, Menschen mit gesundheitlichen Problemen und Personen mit Alkoholproblemen sind besonders anfällig für die Folgen kalter Witterungsbedingungen.

Mitarbeiter des WHO-Regionalbüros für Europa haben die informellen Unterkünfte nahe dem Hauptbahnhof der serbischen Hauptstadt Belgrad besucht, wo derzeit rund 1200 Flüchtlinge und Migranten leben. Die internationale Gemeinschaft und eine Reihe von Hilfsorganisationen stellen in Serbien und anderen betroffenen Ländern Heizgeräte, Decken, Kleidung und Lebensmittel zur Verfügung, um angesichts der eisigen Temperaturen negative gesundheitliche Auswirkungen zu verhindern. Doch es wird immer dringender notwendig, die Hilfe zu intensivieren, um angemessene Unterkünfte und sichere Lebensbedingungen für die Flüchtlinge und Migranten zu schaffen, die vorübergehend in Belgrad leben, und die Abstimmung zwischen den zuständigen nationalen Behörden, der internationalen Gemeinschaft und den nichtstaatlichen Organisationen zu verbessern.

Im Rahmen seiner Bemühungen zur Umsetzung der vor kurzem angenommenen Strategie samt Aktionsplan für die Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten entsendet das Regionalbüro zusätzliche Mitarbeiter, um vor Ort Hilfe zu leisten.

Empfehlungen der WHO zur Verhinderung negativer Folgen von Kälteeinwirkung

Die wichtigste Präventionsmaßnahme bei kaltem Wetter ist die Verringerung der Kälteeinwirkung durch die Bereitstellung beheizter Unterkünfte, warmer Mahlzeiten und angemessener Kleidung. Flüchtlinge und Migranten sollten darüber informiert werden, welche Risiken bei kalter Witterung auftreten und wie sie sich an ein verändertes Lebensumfeld anpassen können.

Menschen, die der Kälte ausgesetzt sind, können sich schützen, indem sie warme Bekleidung in mehreren Lagen tragen, Hände, Füße und Kopf bedecken, warme Mahlzeiten zu sich nehmen, genug trinken, jedoch kalte Getränke meiden, auf Alkohol und Tabak verzichten, sich ausreichend bewegen und langes Stillstehen oder -sitzen in der Kälte vermeiden. Bei der Nutzung fester Brennstoffe (wie Holzkohle, Holz oder Kohle) zum Kochen oder Heizen müssen sie für eine regelmäßige Belüftung der Innenräume sorgen. Sie sollten auf Warnzeichen der Haut für Erfrierungen achten (Taubheitsgefühl in Fingern und Zehen und blasse Flecken im Gesicht oder auf anderen Hautpartien) und den betreffenden Bereich sofort erwärmen.

Insbesondere muss auf die Bedürfnisse anfälliger Gruppen geachtet werden. Es ist dringend geboten, Influenza-Impfungen anzubieten und kältebedingte Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die negativen gesundheitlichen Auswirkungen von Kälteperioden lassen sich weitgehend vermeiden, doch aufgrund der kurzen Zeitspannen zwischen dem Einsetzen extremer Wetterbedingungen und den daraus resultierenden gesundheitlichen Auswirkungen sind eine angemessene Planung und Vorsorge entscheidend.