WHO startet Serie fachlicher Leitlinien über die Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten

Anlässlich des Internationalen Tages der Migranten am 18. Dezember 2018 startet die WHO eine Serie fachlicher Leitlinien über die Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten. Sie wird in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission erstellt, wobei sich jede Publikation mit einem besonderen Aspekt der Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten befasst und Instrumente, Fallstudien und Erkenntnisse präsentiert, die für Politik und Praxis in Bezug auf die Verbesserung ihrer Gesundheitssituation von Bedeutung sind.

Bisher liegen fünf Publikationen vor, die jeweils einen besonderen Schwerpunkt aufweisen:

  • Gesundheit von Kindern;
  • Gesundheitsförderung;
  • Altern in Gesundheit;
  • Gesundheit von Müttern und Neugeborenen;
  • psychische Gesundheit.

Diese fachlichen Leitlinien ergänzen den Bericht über die Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten in der Europäischen Region der WHO, der im ersten Quartal 2019 online veröffentlicht werden soll.

Gesundheit von Flüchtlings- und Migrantenkindern

Bei der Prüfung von Interventionen in Bezug auf die Gesundheit und Gesundheitsversorgung von Migrantenkindern bedürfen bestimmte Bereiche besonderer Aufmerksamkeit, etwa ihre unterschiedlichen Umstände oder die Frage, ob sie unbegleitet und von ihren Familien getrennt sind, ob sie Opfer von Menschenhandel sind und ob sie zurückgelassen wurden.

Diese Serie fachlicher Leitlinien umfasst grundsätzliche Überlegungen zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden von Flüchtlings- und Migrantenkindern und insbesondere ihrer psychischen Gesundheit. Sie folgt einem ressortübergreifenden Ansatz, der auf die Risikofaktoren auf individueller, familiärer und gesellschaftlicher Ebene abzielt. Ein besonderes Gewicht liegt dabei auf der zentralen Rolle, die nationale und kommunale Regierungen bei der Förderung bzw. Behinderung der Lebensbedingungen von Flüchtlings- und Migrantenkindern in Bezug auf Wohnen, Gesundheitsversorgung und Bildung spielen.

Gesundheitsförderung zur Verbesserung der Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten

Diese fachlichen Leitlinien beinhalten aktuelle vorbildliche Praktiken, aktuelle Evidenz und aktuelles Wissen über die Gestaltung von Handlungskonzepten und Programmen zur Gesundheitsförderung für Flüchtlinge und Migranten in der Europäischen Region der WHO. Dabei werden die zentralen Grundsätze betont, vorrangige Maßnahmen und Herausforderungen zusammengefasst, die verfügbaren Ressourcen und Instrumente abgebildet und Grundsatzüberlegungen und praktische Empfehlungen zur Verbesserung von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung präsentiert.

Gesundheit älterer Flüchtlinge und Migranten

Die Alterung der Bevölkerung infolge anhaltend niedriger Geburtenraten und einer erhöhten Lebenserwartung stellt heute einen prägenden gesellschaftlichen Trend in der gesamten Europäischen Region dar. Die vorliegenden fachlichen Leitlinien zielen darauf ab, die Entwicklung von Konzepten und Praktiken zur Verbesserung der Gesundheit älterer Flüchtlinge und Migranten zu beeinflussen.

Sowohl die Alterung als auch die Migration sind schon an sich komplexe vielschichtige Prozesse, die im gesamten Lebensverlauf eines Menschen durch ein breites Spektrum von Faktoren geprägt werden. Maßnahmen zur Erfüllung der Bedürfnisse älterer Flüchtlinge und Migranten müssen daher in alle Dimensionen der Konzepte und Praktiken für gesundes Altern einbezogen werden.

Verbesserte Gesundheitsversorgung für schwangere Flüchtlinge und Migrantinnen sowie neugeborene Kinder

Der Migrantenstatus selbst kann als Risikofaktor für schlechtere gesundheitliche Resultate bei Müttern und Neugeborenen angesehen werden. In diesen fachlichen Leitlinien werden Probleme und Ansatzpunkte für Interventionen zugunsten der Mütter- und Neugeborenengesundheit bei Flüchtlingen und Migranten in der Europäischen Region identifiziert.

Sie enthalten Grundsatzüberlegungen für vier Schwerpunktbereiche, die Auswirkungen auf die Mütter- und Neugeborenengesundheit bei Flüchtlingen und Migranten haben:

  • den individuellen Gesundheitsstatus;
  • die Zugänglichkeit der Gesundheitsversorgung;
  • die Versorgungsqualität; und
  • Gesundheitspolitik und Finanzierungssysteme.

Psychische Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen und Migranten und Förderung ihrer psychischen Gesundheit

Die komplexen und belastenden Erfahrungen in Verbindung mit Migration betreffen Ereignisse sowohl vor der Abreise als auch während der Reise, in Durchgangsländern und nach der Ankunft. Deshalb leiden Flüchtlinge und Migranten manchmal unter psychischen Störungen, auch wenn die Prävalenz je nach Untersuchung und Bevölkerungsgruppe stark variiert.

In diesen fachlichen Leitlinien wird die Prävalenz von Störungen wie posttraumatische Stressbelastung, Depression und Angststörungen untersucht. Auf der Grundlage der besten verfügbaren Evidenz zu Risikofaktoren und Bereichen mit Handlungsbedarf werden insgesamt acht mögliche vorrangige Handlungsfelder für die Politik in Bezug auf die psychische Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten benannt.